eBay steigerte Gewinn kräftig

7. November 2005, 13:35
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Zahl der registrierten Nutzer stieg gegenüber 2004 um 35 Prozent - Zukauf von Skype macht Sinn

San Francisco - Das weltweit größte Internet-Auktionshaus eBay hat dank des soliden Wachstums in Deutschland und den USA seinen Quartalsgewinn um 40 Prozent gesteigert. Dennoch fiel die Aktie im nachbörslichen Handel um sieben Prozent. Die Anleger hatten offenbar mit einem optimistischeren Ausblick gerechnet.

"Ich könnte jetzt, wo wir auf das Ende des Jahres zugehen, nicht zufriedener sein mit dem Zustand der Geschäfte", sagte eBay-Finanzchef Rajiv Dutta am Mittwoch. Der Nettogewinn stieg in den Monaten Juli bis September ohne Sonderposten auf 280,2 Mio. Dollar (234 Mio. Euro) oder 20 Cent pro Aktie. Ohne die Belastungen aus einer neuen Steuervorschrift lag der Gewinn je Anteilsschein bei 21 Cent. Analysten hatten mit 19 bis 21 Cent Gewinn je Aktie gerechnet.

Nettoumsatz übertraf erwartungen

Der Nettoumsatz übertraf mit einer Steigerung um 37 Prozent auf 1,11 Mrd. Dollar die Analystenschätzungen von im Durchschnitt 1,08 Mrd. Dollar. Auch im vierten Quartal werde der Umsatz wachsen und zwischen 1,25 Mrd. Dollar und 1,29 Mrd. Dollar liegen, prognostizierte eBay, deren zweitgrößter Markt nach den USA Deutschland ist. Beide Länder erwirtschaften etwa drei Viertel des Auktionsumsatzes.

Für das Gesamtjahr 2006 erwartet das Unternehmen einen Umsatz von 5,7 Mrd. Dollar bis 5,9 Mrd. Dollar und gab sich damit etwas optimistischer als zuletzt. Dennoch gab die eBay-Aktie im nachbörslichen Handel nach Veröffentlichung der Zahlen um 6,7 Prozent auf 39,20 Dollar nach. "Sie haben den Ausblick für das vierte Quartal ein bisschen angehoben, aber die Wall Street war bereits da oben", sagte Analyst Martin Pyykkonen von Hoeffer & Arnett.

Höhere Prognose

Die Anleger hätten auf eine noch höhere Prognose gehofft. Die Erwartungen seien viel zu hoch, erklärte Jim Fisher von Univest Wealth Management & Trust. Zudem beunruhige die Investoren, dass eBays Produktentwicklungschefin Lynn Reedy Ende Oktober zurücktreten werde.

Zehn Jahre nach der Gründung durch einen Programmierer in Silicon Valley expandiert eBay weiter rasant. Am Ende des dritten Quartals hatte der Konzern 168,1 Millionen registrierte Nutzer - 35 Prozent mehr als vor einem Jahr. Dazu wandelt sich eBay von einem reinen Online-Auktionshaus immer mehr zum Anbieter weiterer Internetdienste wie Online-Shopping, Internet-Immobilienmarkt oder Internet-Telefonie. Vergangene Woche übernahm eBay für vier Mrd. Dollar die Internet-Telefongesellschaft Skype.

Skype macht Sinn

Konzernchefin Meg Whitman verteidigte den Zukauf in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Gleichwohl gab sie zu, dass mit Internet-Telefonie an sich kein Geld zu verdienen sei: "Am Ende wird der Preis für Sprachübertragung über das Internet gegen Null tendieren", sagte sie. Das werde vielleicht nicht innerhalb der nächsten zwei Jahre geschehen, aber vielleicht in drei bis sechs Jahren.

Dennoch mache der Zukauf von Skype Sinn: "Wir glauben, dass in dieser Branche der mit dem größten Ökosystem gewinnt. Was ich damit meine ist: die meisten registrierten Nutzer, die meisten telefonierten Minuten, die meisten Entwickler für die Plattform und das beste Produkt - für das die Kunden dann auch bezahlen wollen", erläuterte Whitman. Skype, deren Kunden untereinander bereits zum Nulltarif telefonieren, hatte Ende September rund 57 Millionen registrierte Nutzer und soll im laufenden Jahr einen Umsatz von 60 Mio. Dollar erwirtschaften. (APA/Reuters)

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