Unaxis weiterhin Baustelle

7. November 2005, 13:35
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Der börsenotierte Schweizer Technologiekonzern Unaxis steckt mit Konzernverlust von 97 Millionen Franken nach neun Monaten weiter tief in den roten Zahlen

Zürich - Der börsenotierte Schweizer Technologiekonzern Unaxis steckt nach neun Monaten weiter tief in den roten Zahlen. Seit der Machtübernahme durch das österreichischen Investoren-Trio Mirko Kovats, Ronny Pecik und Georg Stumpf wird nun ein radikaler Sparkurs gefahren.

Bis Ende September 2005 erlitt Unaxis einen Konzernverlust von 97 Mio. Franken (62,5 Mio. Euro), nach einem Gewinn von 19 Mio. Franken in der gleichen Vorjahresperiode, wie dem am Donnerstag veröffentlichten Quartalsabschluss zu entnehmen ist.

Operative Fortschritte

Operativ machte Unaxis jedoch Fortschritte. Der Betriebsverlust (Ebit) wird zwar nach neun Monaten mit 90 Mio. Franken beziffert, im abgelaufenen dritten Quartal erzielte Unaxis aber wieder ein positives operatives Ergebnis von 22 Mio. Franken.

An der Börse startete die Aktie mit 172,90 Franken 0,8 Prozent über dem Schlusskurs vom Mittwoch. Im Verlauf des Vormittags gaben die Titel um 0,2 Prozent auf 171,20 Franken nach. Das Börsenbarometer SPI legte gleichzeitig um 0,77 Prozent zu.

Das positive operative Ergebnis im dritten Quartal sei das Resultat einer konsequenten Kostenkontrolle, wird der von den neuen Unaxis-Eigentümern zur Jahresmitte eingesetzte Konzernchef Thomas Limberger in der Mitteilung zitiert. Unaxis werde die Programme zur Steigerung der Profitabilität "mit hoher Kadenz" weiterführen.

Für das Gesamtjahr 2005 erwartet Unaxis einen Umsatz unter dem Vorjahresniveau. 2004 lag der Umsatz bei 1,85 Mrd. Franken. Im zweiten Halbjahr soll ein positives Betriebsergebnis ausgewiesen werden.

Der Umsatz erreichte im dritten Quartal 409 Mio. Franken. Gegenüber dem Vorjahr verlor der Umsatz damit 17,5 Prozent. Zum zweiten Quartal 2005 legten die Verkäufe dagegen um 12,3 Prozent zu.

26 Prozent weniger Umsatz

Seit Jahresbeginn erzielte Unaxis einen Umsatz von 1,111 Mrd. Franken, das waren um 26 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Auftragseingang schrumpfte in den ersten neun Monaten 2005 gegenüber der Vorjahresperiode um ein Viertel auf 1,086 Mrd. Franken. Ebenfalls dahin schmolz die Netto-Liquidität: Während zum ersten Halbjahr 513 Mio. Franken ausgewiesen wurden, waren es drei Monate später noch 422 Mio. Franken.

Auf Kurs sind die beiden als Kerngeschäfte deklarierten Geschäftssparten Coating Services (Beschichtungen von Werkzeugen und Bauteilen) und Vacuum Solutions (Vakuumpumpen). Nach neun Monaten stieg der Umsatz in der Beschichtungssparte um 4,4 Prozent auf 282 Mio. Franken. Bei den Vakuumpumpen lag der Umsatz mit 281 Mio. Franken 3,4 Prozent unter dem Vorjahr. Vaccum Solution befindet sich in einem Restrukturierungsprozess. Bis 2007 will Unaxis Kosteneinsparungen von rund 50 Mio. Franken erreichen.

Datenspeicher mit Einbußen

Deutliche Einbußen erlitt die Sparte Data Storage Solutions (Datenspeicher). Der Umsatz brach hier um 46 Prozent auf 96 Mio. Franken ein. Die zyklisch bedingte Nachfrageschwäche habe angehalten. Bei Components and Special Systems (optische Komponenten und Nutzlastverkleidungen für Trägerraketen) reduzierten sich die Verkäufe um 36 Prozent 152 Mio. Franken.

Das Sorgenkind Semiconductor Equipment (Halbleitertechnologie) büßte um 43 Prozent auf 300 Mio. Franken Umsatz ein. Erholung zeichnet sich aber ab. Der Umsatz im dritten Quartal steigerte sich zum zweiten Quartal um 62 Prozent auf 133 Mio. Franken. Dabei sticht die ehemalige Esec als Produzentin von Chipmontageautomaten mit einem Umsatzplus von 77 Prozent besonders hervor.

Wenig angetan

Analysten zeigten sich von den heute vorgelegten Zahlen zum dritten Quartal wenig angetan. Die Eckdaten zum Geschäftsgang seien "wenig berauschend", heißt es in einer Einschätzung der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Der Umsatz von 409 Mio. Franken habe die Erwartungen zwar erfüllt, mit 373 Mio. Franken sei der Auftragseingang im dritten Quartal aber enttäuschend ausgefallen, hielten verschiedene Anaylsten fest.

Unaxis stellt für das zweite Halbjahr 2005 ein positives operatives Ergebnis in Aussicht. Dieses werde aber den Verlust im ersten Halbjahr nicht kompensieren können, schreibt die Credit Suisse Group. Im ersten Halbjahr 2005 betrug der Betriebsverlust 112 Mio. Franken. (APA/sda)

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