Wehsely: Aufstellung Kugler-Langs "Affront gegenüber allen Wienerinnen"

21. Oktober 2005, 21:40
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Kugler-Lang distanziert sich erneut von Vorwürfen und will "Menschenjagd" beendet sehen

Wien - "Die halbherzigen Distanzierungsversuche der ÖVP ändern nichts an der Tatsache, dass die Volkspartei mit Frau Kugler-Lang eine radikale Abtreibungsgegnerin an wählbarer Stelle auf ihrer Liste für die Gemeinderatswahl hat", betonte Frauenstadträtin Sonja Wehsely am Donnerstag. Das Festhalten an dieser Kandidatin sei "ein Affront gegenüber allen Wienerinnen". Auch wenn jetzt versucht werde, alle Spuren der Kandidatin ins radikale Milieu zu verwischen, tauchen täglich neue Hinweise auf, die Kugler-Langs Vernetzung in diese Szene beweisen.

Verteufelung der Abtreibung

Jüngstes Beispiel sei die Autogramm-Karte, mit der Kugler-Lang für Vorzugsstimmen wirbt. Im Impressum dieser Karte scheint der Verein "die Wiege" auf. Dieser Verein wiederum ist exakt an der selben Adresse beheimatet wie ein gewisser Herr Dr. Schmiedecker, der wiederum Vorstandsmitglied des radikalen Vereins PRO VITA (Homepage) ist, der Abtreibung als "schreckliches Verbrechen" verteufelt.

Grüne Empörung nachvollziehbar

Die Wiener Frauenstadträtin forderte VP-Chef Hahn daher abermals eindringlich auf, Kugler-Lang von der ÖVP-Liste zu streichen. Die Empörung der Grünen über die radikale Abtreibungsgegnerin auf der VP-Liste kann Wehsely "sehr gut nachvollziehen". Angesichts des derzeitigen Engagements der Grünen stelle sich aber erneut die Frage, warum ausgerechnet die Grünen im Wiener Gemeinderat gegen das höchst erfolgreiche Wegweiserecht vor Abtreibungskliniken gestimmt haben.

Kugler-Lang will rechtliche Schritte einleiten

Gudrun Kugler-Lang wies diese Vorwürfe erneut zurück: Die Flugblätter und Postkarten, die zur Zeit kursieren, seien weder von ihr noch der ÖVP Wien autorisiert worden.

"Ich werde rechtliche Schritte gegen diese Vereinnahmung einleiten, von der ich mich von Anfang an distanziert habe. Obwohl ich diese Trennlinie mehrmals und scharf gezogen habe, benützen Frau Wehsely und ihre Kolleginnen von SPÖ und Grünen seit Tagen dieses Thema, um eine Menschenjagd auf eine junge Quereinsteigerin zu entfachen und ein Diskussionsverbot zu verhängen", so Kugler-Lang.

Auch präzisierte sie ihr Engagement punkto Lebensschutz: Sie wolle die Einlösung der seit Jahrzehnten versprochenen begleitenden Maßnahmen zur Hilfe von Frauen in Konfliktschwangerschaften. (red)

  • "Dirty Campaigning" der AbtreibungsgegnerInnen: Dieses Sujet erging am 12.10. an Stadträtin Sonja Wehsely, 300 MedienvertreterInnen, 600 PolitikerInnen und fast 1000 Vereine und Privatpersonen. Kein Wunder, dass Wehsely Kugler-Lang nicht auf der ÖVP-Liste sehen will, da diese mit radikalen LebensschützerInnen in Verbindung gebracht worden war, was Kugler-Lang zurück weist - sie will rechtliche Schritte gegen diese Vereinnahmung einleiten.
    foto: standard
    "Dirty Campaigning" der AbtreibungsgegnerInnen: Dieses Sujet erging am 12.10. an Stadträtin Sonja Wehsely, 300 MedienvertreterInnen, 600 PolitikerInnen und fast 1000 Vereine und Privatpersonen. Kein Wunder, dass Wehsely Kugler-Lang nicht auf der ÖVP-Liste sehen will, da diese mit radikalen LebensschützerInnen in Verbindung gebracht worden war, was Kugler-Lang zurück weist - sie will rechtliche Schritte gegen diese Vereinnahmung einleiten.
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