Boomjahr für Corporate Bonds

22. November 2005, 16:04
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Niedrige Sparzinsen wecken Interesse - Mit Infografik

In den vergangenen Wochen haben sich mehrere heimische Unternehmen durch das Auflegen von Anleihen Geld von Anlegern geholt. Für Unternehmen sind Anleihen, so genannte Corporate Bonds, zur Geldbeschaffung ideal, erklärt Gottfried Ransmayr von der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA).

Denn die Kreditlinien bei Banken blieben verschont, die Kreditgebühr von 0,8 Prozent werde gespart, der Kapitalpolster dennoch gefüllt. Das zunehmende Interesse an Corporate Bonds beruhe auch auf dem historisch niedrigen Zinsniveau.

Markt boomt

Der Markt für Anleihen boomt. Heuer wurde mit bisher 27 Corporate Bonds ein historischer Rekord mit einem Gesamtvolumen von 3,46 Mrd. Euro erreicht. In dieser Summe nicht inkludiert sind die milliardenschweren Anleihen der Asfinag und der ÖBB, weil diese ausschließlich institutionelle Investoren ansprechen. Zum Vergleich: Im Vorjahr wurden durch Anleihen 1,3 Mrd. Euro lukriert.

Bis Jahresende erwartet Ransmayr einen Anstieg des Gesamtvolumens auf knapp über vier Mrd. Euro. Auch Börsenvorstand Stefan Zapotocky geht von einem Überschreiten der Vier-Milliarden-Euro-Grenze aus.

Hohe Verzinsung

Für den Privatanleger sind Corporate Bonds aufgrund der hohen Verzinsung - über drei Prozent - verlockend. Ein Sparbuch bringe lediglich deutlich weniger als zwei Prozent Verzinsung, Bundesanleihen rund drei Prozent. Einen Corporate Bond könne man "kaufen und ruhig schlafen", so Ransmayr.

Begeben börsennotierte Unternehmen eine Anleihe, sei das doppelt attraktiv, denn "die Transparenzvorschriften schaffen zusätzliches Vertrauen", so Ransmayr. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.10.2005)

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