Beschäftigungsquote in Österreich sinkt

7. November 2005, 14:30
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Aber geringe Arbeitslosigkeit im EU-Vergleich

Brüssel - Lob und Tadel für Österreich ist in dem am Mittwoch in Brüssel von EU-Sozialkommissar Vladimir Spidla präsentierten EU-Beschäftigungsbericht 2005 enthalten. Zuerst das Lob: Österreich gehört neben Zypern, Irland, Luxemburg, den Niederlanden und Großbritannien zu jenen wenigen EU-Ländern, die Arbeitslosenraten im Jahresdurchschnitt zwischen vier und fünf Prozent aufweisen.

Zum Vergleich: Die höchsten Werte EU-weit wurde in Polen mit 18,8 Prozent und der Slowakei mit 18,0 Prozent registriert. Über zehn Prozent Arbeitslosigkeit gibt es in Deutschland und Frankreich.

Geringe Langzeitarbeitslosigkeit

Neben Dänemark, Irland, Zypern, Luxemburg, Schweden und Großbritannien zählt Österreich zu jenen Ländern, in denen sich die Langzeitarbeitslosigkeit auf ein niedriges Niveau rund um ein Prozent seit dem Jahr 2000 eingependelt hat.

Kritik wird daran geübt, dass nur in Österreich und Litauen die Teilnahme der Bevölkerung am Arbeitsprozess in den vergangenen Jahren signifikant zurückgegangen ist. Österreich verzeichnete laut EU-Statistik einen Rückgang der Beschäftigungsquote von 69,0 Prozent im Jahr 2003 auf 67,8 Prozent 2004. Während die Quote bei Männern von 76,4 auf 74,9 zurückging, sank der Anteil bei Frauen von 61,7 auf 60,7 Prozent.

Allerdings wird auch hervorgehoben, dass nur in sechs EU-Staaten - darunter Österreich - die Teilnahme von Jugendlichen am Arbeitsprozess seit 2000 zugenommen hat. Dafür ist nur in Österreich und Polen der Anteil der Erwerbstätigen über 55-Jährigen zwischen 2000 und 2004 zurückgegangen. Beim Anteil der Personen zwischen 55 und 64 Jahren, die noch arbeiten, liegt Österreich am drittletzten Platz. (afs, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.10.2005)

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