30.000 Afrikaner wollen in die EU

26. Dezember 2005, 15:53
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Experten rechnen mit Migrationszunahme - Brüssel will Notfallfonds

Nach Einschätzung von EU-Experten, die gerade zu einer Beobachtungsmission in den spanischen Enklaven Ceuta und Melilla in Nordafrika unterwegs waren, wird der Strom von Flüchtlingen in den nächsten Jahren aus Afrika zunehmen. Die EU und Marokko sind mit wachsendem Migrationsdruck konfrontiert, heißt es im Bericht der EU-Mission, der am Mittwoch in Brüssel vorgestellt wurde.

Gestützt auf spanische Quellen heißt es im Bericht, dass 20.000 Flüchtlinge in Algerien und weitere 10.000 in Marokko darauf warten, nach Ceuta und Melilla zu gelangen. 2004 sind 17.252 Afrikaner bei dem Versuch, auf dem Seeweg Spanien zu erreichen, aufgegriffen worden.

Zwar wird in dem Bericht gelobt, dass Marokko sich anstrengt, die Wanderungsbewegungen Richtung Europa in den Griff zu bekommen. Gleichzeitig wird bezweifelt, "ob Marokko in der Praxis Schutz anbieten kann".

Als konkrete Maßnahmen werden zum einen vorgeschlagen, die Grenzkontrollen in Marokko zu verstärken. Dafür hat die EU-Kommission bereits 40 Millionen Euro bereitgestellt. Bereits in den nächsten Wochen soll ein Training der marokkanischen Grenzbeamte beginnen. Für Marokko werden von den Experten 30 Millionen Euro für nächstes Jahr an notwendigen EU-Geldern veranschlagt, für Algerien mindestens zehn Millionen.

Die EU-Kommission plant einen Fonds für Notlagen im Zusammenhang mit illegaler Einwanderung. Einen konkreten Vorschlag werde die Brüsseler Behörde voraussichtlich im März 2006 vorlegen, sagte ein Sprecher von Justizkommissar Franco Frattini. (DER STANDARD, Print, 20.10.2005)

Alexandra Föderl-Schmid aus Brüssel
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