Kärnten will Schulverwaltung neu organisieren

7. November 2005, 15:10
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Land soll vier "Bildungsregionen" erhalten - Mehr Kompetenzen für den Landesschulrat

Klagenfurt - Das Land Kärnten will die Schulverwaltung neu organisieren. Das Land soll in vier "Bildungsregionen" eingeteilt werden, der Landesschulrat erhält mehr Kompetenzen. Das Modell wurde am Mittwoch der Öffentlichkeit präsentiert, in welchem Ausmaß es umsetzbar ist, steht noch nicht fest. Die Verfassungsabteilung des Landes soll die rechtlichen Möglichkeiten prüfen, da auch eine Reihe von Bundesgesetzen betroffen wäre.

Es handle sich um eine "Optimierung der Verwaltungsstrukturen", mit der man auf die ständig sinkenden Schülerzahlen und knapper werdenden Ressourcen besser und flexibler reagieren könne, sagte Landeshauptmann Jörg Haider (B) bei einem Pressegespräch in Klagenfurt. Die bisherigen Bezirksschulinspektoren der zu Regionen zusammengefassten Bezirke würden aus ihrer Mitte einen so genannten Bildungsmanager wählen.

Mittelfristig kann sich Haider auch die Auflösung der Schulsprengel vorstellen, die festlegen, welche Kinder wo in die Schule gehen. In dieser Frage äußerte allerdings Koalitionspartner LHStv. Peter Ambrozy (S) Bedenken. Dies sei derzeit noch Zukunftsmusik, es gebe eine ganze Reihe noch ungeklärter Fragen.

Schulreferent LHStv. Martin Strutz (B) begründete die Zusammenfassung der Bezirke unter anderem damit, dass es dadurch möglich sei, "zeitgemäßes modernes Management im Team" zu installieren, das an die Stelle des derzeitigen "Einzelkämpfertums" in den Bezirken trete. Die Bildungsmanager sollen eine ganze Reihe von Aufgaben übernehmen, von der Planstellenbewirtschaftung über die Personalzuteilung bis hin zur Steuerung der Fortbildung, Qualitätsmanagement und pädagogischer Koordination.

Derzeit sei die Schulaufsicht zu "aufgebläht", kritisierte Haider, man habe bereits mehrfach bei Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) Änderungen urgiert, diese hätte aber abgelehnt. Haider will die Bezirksschulinspektoren "auslaufen" lassen und dadurch frei werdende Mittel für Bildungsprojekte einsetzen. Derzeit sei dieser Schritt aber auf Grund der Gesetzeslage nicht möglich. Die Bezirksschulinspektoren dürften zur Zeit auch keine organisatorischen Kompetenzen übernehmen, dadurch entstünden unnötige Doppelgleisigkeiten, die man abschaffen wolle. (APA)

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