Intel mit Entwicklung in Österreich zufrieden

26. November 2005, 17:03
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Stagnation in Europa vorbei - Gesamte Produktpalette wird auf Mehr-Kern- Technologie umgestellt

Der österreichische Markt habe sich für Intel im dritten Geschäftsquartal relativ gut weiter entwickelt, sagte der Chef von Intel Deutschland, Österreich und der Schweiz, Hannes Schwaderer, am Mittwoch im Gespräch mit der APA. Die Serverkomponente entwickle sich schon seit Jahresbeginn erfolgreich. Hier gebe es wohl einen Nachholbedarf, so Schwaderer.

Erfolg mit Centrino

Erfolgreich sei man auch mit höherwertigen Notebooks auf Basis der Centrino Mobiltechnologie. Dies wohl deshalb, weil Österreich weltweit das am dichtesten ausgebaute WLAN-Netz besitzt, vermutet Schwaderer. In direkten Geschäftsbeziehung steht Intel in Österreich aber nur mit lokalen Assemblierern und Fachhändlern.

KMU

Gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Microsoft und HP wendet sich Intel verstärkt an die heimischen mittelständische Wirtschaft. Zusammen werden fachspezifische Seminare für Klein- und Mittelbetriebe angeboten, die laut Schwaderer zum Ziel haben, den KMUs den Zugang zu EU-Infrastrukturfördermittel zu erleichtern. Ein ähnliches Projekt sei auch für Deutschland geplant. Die Seminare sollen eine dauerhafte Einrichtung werden.

"Europa ist und bleibt ein Konsumentenmarkt im Endkundenbereich"

Die Stagnation am europäischen Markt sei vorbei, Europa sei im dritten Quartal mit 11 Prozent am schnellsten gewachsen. "Europa ist und bleibt ein Konsumentenmarkt im Endkundenbereich", so Schwaderer. Am asiatischen Markt verkaufe Intel mehr, da sich dort die meisten Produzenten von Notebooks und PCs befinden, die dann aber auch nach Europa liefern. In Osteuropa gebe es wie in den asiatischen Schwellenländern deutlich zweistellige Wachstumsraten. Dort herrsche ein erheblicher Nachholbedarf.

Mehr-Kern-Technologie

Technologisch bestehe die wesentliche zukünftige Entwicklung in der Umstellung der gesamten Produktpalette auf Mehr-Kern-Technologie. Anfang 2006 werde der erste Notebook mit Zwei-Kern-Technologie (Dual Core-Technologie) auf den Markt kommen. Bis Jahresende 2006 würden bereits über 80 Prozent aller Computer mit Dual-Core-Technologie ausgeliefert werden, so Schwaderer. Die derzeit noch einzige Fabrik auf Basis der 65 nm-Technologie produziere bereits in Oregon. Im vierten Quartal sollten diese Technologie für alle Produkte beherrschbar sein. Insgesamt seien vier derartige Fabriken geplant.

Erwartungen

Zur negativen Reaktion der Kapitalmärkte auf den Ausblick des Chipherstellers - die Aktie verlor im nachbörslichen Handel 3 Prozent - meinte Schwaderer, dass die Erwartungshaltung der Analysten sehr hoch gewesen sei. In den letzten fünf Jahren sei Intel vom dritten auf das laufende vierte Quartal zwischen 0 bis 13 Prozent gewachsen. Mit der aktuellen Vorschau von 5 Prozent liege Intel im Korridor. Da das dritte Quartal über den Erwartungen gelegen sei, könnte dies auch eine Vorwegnahme von Umsätzen des vierten Quartals beinhalten. In Summe würde sich im zweiten Halbjahr ein Wachstum von 13 Prozent ergeben, was auch erwartet worden sei.

Für das laufende vierte Quartal sagte der Konzern am Dienstag nach Börsenschluss einen Umsatz zwischen 10,2 und 10,8 Mrd. Dollar (zwischen 8,54 und 9,05 Mrd. Euro) voraus. Analysten rechneten bisher im Schnitt mit 10,7 Mrd. Dollar. Dies belastete in der Folge die Börsen in Asien und in Europa. Auch die Wiener Börse ist sehr schwach in den Mittwoch gestartet. (APA)

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