Intel mit Rekordumsatz, Wall Street dennoch enttäuscht

7. November 2005, 13:34
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Im dritten Quartal fast 10 Mrd. Dollar umgesetzt - Vorsichtige Umsatzprognose lässt Aktienkurs fallen

Santa Clara/Wien - Der weltgrößte Chiphersteller Intel hat im dritten Quartal 2005 einen Rekordumsatz von fast 10 Mrd. Dollar (8,38 Mrd. Euro) eingefahren. Getragen wurde der Anstieg um 18 Prozent im Jahresvergleich vor allem von einem boomenden Absatz von Centrino-Notebookchips. Mit einem Gewinnanstieg um fünf Prozent auf zwei Mrd. Dollar enttäuschte der Branchenriese dennoch die Analysten der Wall Street. Nach einer relativ vorsichtigen Umsatzprognose für das laufende Quartal fielen die Intel-Aktien nach Börsenschluss am Dienstag um 3,3 Prozent auf 22,93 Dollar.

Rekorde

"Intel lieferte im dritten Quartal allzeit Rekorde in Umsatz und Stückzahlen aller wichtigen Produktlinien", sagte Intel-Chef Paul Otellini. Ein wichtiges Standbein für den Erfolg soll künftig auch die angelaufene Umstellung auf das so genannte 65-Nanometer- Herstellungsverfahren sein. Mit der weiteren Verfeinerung der "Beschriftung" einzelner Chips von 90 auf 65 Nanometer dünne "Schriftstärken" will der Chip-Gigant die Produktionskosten weiter deutlich senken. Der Umsatz mit lukrativen Centrino-Chips für Notebooks stieg um 48,4 Prozent auf 2,3 Mrd. Dollar. Die Erlöse mit PC- und Server-Chips legten um 9,2 Prozent auf 4,9 Mrd. Dollar zu.

Nachfrage ankurbeln

Mit seinen neuen Doppelkern-Prozessoren erhofft sich Intel die Nachfrage weiter anzukurbeln. Anfang 2006 soll dann der erste Doppelkern-Prozessor für Notebooks folgen. Bei den neuen Dual-Core-Chips liefert sich das Unternehmen mit seinem Rivalen AMD derzeit erneut ein Wettrennen um Marktstart und Marktanteile.

Mit einem Zuwachs von 11 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal verzeichnet Europa das stärkste Wachstum. Seinen Umsatz in Europa konnte Intel auf zwei (1,9) Mrd. Dollar erhöhen, in Nord- und Südamerika auf 1,9 (1,8) Mrd. Dollar und im asiatisch-pazischen Raum (ohne Japan) auf 5,1 (4,0) Mrd. Dollar. In Japan setzte Intel 926 (772) Mio. Dollar um. Intel-Chips sind in mehr als 80 Prozent aller PCs zu finden.

Enttäuschte Wallstreet

Die Wall Street zeigte sich enttäuscht, weil sie mit einem Gewinn je Aktie von 33 Cent gerechnet hatte, während Intel auf 32 Cent kam (Vorjahr: 30 Cent). Allerdings wirkten sich Sonderfaktoren negativ aus, etwa der Vergleich in einem Patentrechtsstreit mit der Firma MicroUnity, bei dem Intel dem Kläger insgesamt 300 Mio. Dollar zahlt. Das Ergebnis wurde auch durch steuerliche Sonderbelastungen von 250 Mio. Dollar für die Rückführung kumulierter Auslandsgewinne unter dem "American Jobs Creation Act" belastet.

Der Neunmonatsumsatz erhöhte sich deutlich auf 28,6 (24,6) Mrd. Dollar und der Gewinn auf 6,2 (5,4) Mrd. Dollar oder 1,00 (0,82) Dollar je Aktie. Im Schlussquartal will Intel 10,2 bis 10,8 Mrd. Dollar umsetzen, während die Wall Street mit 10,7 Mrd. Dollar gerechnet hatte. Intel geht für das Schlussquartal von einer Bruttogewinnmarge von etwa 63 Prozent aus gegenüber 59,7 Prozent im dritten Quartal. (APA/dpa)

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