Prognos: Online wird ernsthafte Info-Konkurrenz für klassische Medien

4. November 2005, 16:11
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Internet raubt Radio, TV und Print "Nachrichtenwert" - Online-Werbung mit jährlichem Wachstum von bis zu 22 Prozent

Schlechte Nachrichten für die klassischen Medien bringt der aktuelle Report "Onlinemedien 2009" des Basler Prognos-Instituts: Die Online-Medien werden demnach in den kommenden fünf Jahren zur "unbequemen Konkurrenz für Fernsehen, Radio und Zeitung", heißt es in einer Pressemitteilung. Vor allem jüngere Zielgruppen würden ihre Informationsbedürfnisse zuerst im Internet und erst dann - wenn überhaupt - bei klassischen Medien decken.

Nach dem (Klein-)Anzeigenmarkt sieht Prognos nun den Lesermarkt in Bedrängnis durch das Internet: "Online-Medien bündeln das Interesse und die Nachfrage nach aktuellen Informationen: Sie sind dabei schneller und erreichen die User auch am Arbeitsplatz." Prognos nennt dies "funktionale Konkurrenz": Noch nimmt der Online-Sektor dem Radio und Fernsehen keine Nutzungszeit weg, "aber sie rauben ihnen den Neuigkeitswert": Die Nachrichten in der "Zeit im Bild" um 19.30 Uhr etwa sind dieser These zufolge den meisten Zuschauern ohnehin schon bekannt.

Marktstellung weiter ausbauen

Große "General-Interest-Portale" werden indes bei den Usern ihre Marktstellung weiter ausbauen, meint Prognos. Und hier haben klassische Medienmarken die Nase vorn.

Bis 2009 wird laut Prognos die Online-Werbung mit jährlichen Wachstumsraten von bis zu 22 Prozent in der D-A-CH-Region stärker wachsen als alle anderen Werbeträger. Dennoch wird ihm noch Nischencharakter zukommen. Auf der Konsumentenseite prophezeit man ebenfalls einen starke Dynamik: Knapp 30 Millionen Haushalte werden in den drei Staaten bis 2009 zu Hause mit Internet versorgt sein. (APA)

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    foto: photodisc
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