Motorola verdreifacht Gewinn

7. November 2005, 13:34
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Handy-Hersteller erwartet für 4. Quartal weiteren Zuwachs - Bereits seit Mitte September beflügelte Aktie legte nach Quartalszahlen nachbörslich um 4,4 Prozent zu

New York - Der weltweit zweitgrößte Hersteller von Mobiltelefonen, Motorola, hat dank seines ultraflachen Handys Razr und anderen stark nachgefragten Modellen im dritten Quartal seinen Gewinn mehr als verdreifacht. Der größte Konkurrent des finnischen Weltmarktführers Nokia teilte am Dienstag nach Börsenschluss mit, im abgelaufenen Quartal 38,7 Mio. Mobiltelefone ausgeliefert zu haben, ein Plus von 66 Prozent zum Vorjahr.

Der Mobilfunkumsatz stieg um 41 Prozent auf 5,6 Mrd. Dollar. Allein das Handy Razr verkaufte sich 6,5 Mio. mal. "Dies war vermutlich eines unserer besten Quartale seit sehr vielen Jahren", sagte Unternehmenschef Ed Zander in einem Interview. Der Aktienmarkt honorierte dies mit einem deutlichen Kursanstieg. "Es gibt nichts in den Quartalszahlen, über das man sich beklagen könnte", sagte Deutsche Bank-Analyst Brian Modoff.

Der Gewinn erhöhte sich insgesamt auf 1,75 Mrd. Dollar oder 69 Cent je Aktie von 479 Mio. Dollar oder 20 Cent je Papier im Vorjahr. Ohne Sonderposten betrug der Gewinn je Aktie 30 Cent und lag damit zwei Cent über der Analystenprognose. Der Gesamtumsatz stieg auf 9,42 Mrd. Dollar von 7,5 Mrd. Dollar und übertraf damit ebenfalls die Expertenerwartung, die bei 9,1 Mrd. Dollar gelegen hatte.

Zuversicht im vierten Quartal

Auch für das vierte Quartal zeigte sich Motorola zuversichtlich. Der Handy-Hersteller erwartet bei den fortgeführten Geschäften einen Gewinn je Aktie von 32 bis 34 Cent und einen Umsatz von 10,3 bis 10,5 Mrd. Dollar. Analysten hatten bislang 33 Cent Gewinn je Aktie und im Schnitt 10,04 Mrd. Dollar Umsatz vorhergesagt.

Im nachbörslichen Handel stieg der Kurs der Motorola-Aktie zeitweise um 4,4 Prozent auf 20,82 Dollar. Die Aktie war Mitte September beflügelt vom Razr und in Erwartung des Starts von Rokr auf 24 Dollar und damit den höchsten Stand seit viereinhalb Jahren gestiegen. In den jüngsten Wochen gab es dann einen leichten Rückschlag, nachdem die Markteinführung des iTunes-Handys Rokr im September nicht den von Analysten erwarteten Erfolg gebracht hatte. Rokr spielt digitale Musikstücke ab, die im Apple-Musikladen iTunes heruntergeladen werden können. "Es sah so aus, als ob es dazu gedacht war, den iPod von Apple zu ersetzen, und das sollte es nicht", sagte Zander. "Wir müssen Rokr neu positionieren...und wir sind dabei." Zander wollte sich nicht zu künftigen Plänen mit Apple äußern. (APA/Reuters)

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