"Das sicherste Betriebssystem der Welt" ist zehn Jahre

2. November 2005, 11:55
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OpenBSD blickt auf eine erfolgreiche Dekade zurück - Fokus auf Sicherheit, Standardisierung und integrierter Kryptographie

Zehn Jahre ist es nun schon wieder her, dass das "sicherste Betriebssystem der Welt" das Licht eben dieser erblickte: Im Oktober 1995 startete Theo de Raadt sein OpenBSD-Projekt und legte damit den Grundstein für ein Betriebssystem dessen Schwerpunkte proaktive Sicherheit, Korrektheit, Standardisierung, Portabilität und integrierte Kryptographie sind.

Schwere Differenzen

OpenBSD verdankt seine Entstehung allerdings einem Konflikt: Theo de Raadt hatte im Jahr 1995 aufgrund schwerer Differenzen mit dem damaligen NetBSD-Core-Team das NetBSD-Projekt verlassen. OpenBSD startete dann als Fork (als Aufspaltung eines Projektes, in diesem Fall eben NetBSD) und basiert auf 386BSD. Dieses wiederum war ein Open Source Unix-abgeleitetes Betriebssystem aus der BSD-Familie, das von William und Lynne Jolitz entwickelt wurde.

Erste Version war 2.0

Die erste OpenBSD-Version trug die Versionsnummer 2.0 und erschien im Oktober 1996 als FTP-Release. Damals wurden fünf Architekturen vom Betriebssystem unterstützt. Am 2. Juni 1997 wurde mit OpenBSD 2.1, die erste Version der Software auf CD veröffentlicht. Die derzeit aktuelle Version ist 3.7, diese wurde am 19. Mai 2005 offiziell freigegeben. Am 1. November soll dann OpenBSD 3.8 folgen. Das offizielle Maskottchen von OpenBSD ist Puffy, der Kugelfisch.

Starke Community

OpenBSD kann auf eine starke Entwickler-Community zählen, die auf der ganzen Welt verteilt ist. Die Entwickler und Programmierer arbeiten freiwillig und daher unentgeltlich. Das Projekt finanziert sich daher zum großen Teil aus Spenden und über den Verkauf von CDs und T-Shirts. In den ersten zehn Jahren hat es sich eingebürgert, dass etwa alle sechs Monate, meist Anfang Mai und Anfang November eine neue Version veröffentlicht wird.

Alles für die Sicherheit

Wie heißt es denn schon so schön auf der Homepage: "Only one remote hole in the default install, in more than 8 years!". OpenBSD hat ein Hauptziel: die Sicherheit des Betriebssystems. So wurde schon am Anfang als eine der ersten Sicherheitsmaßnahmen zwischen den ersten Versionen ein sogenannter Quellcode-Audit vorgenommen. Das meint, dass der Quellcode explizit nach Programmierfehlern durchsucht wurde. Nach eigenen Angaben der OS-Entwickler wurden dabei mehrere tausend Fehler beseitigt.

Einsatzgebiete

OpenBSD wird vor allem im kleinen bis mittleren Serverumfeld für sicherheitskritische Anwendungen eingesetzt - etwa bei Firewalls. Da es - wie schon erwähnt - um Sicherheit geht, ist es für die Entwickler weniger wichtig jede Hardware oder softwaretechnische Neuerung zu unterstützen. Daher dauern Anpassungen an Hardware meist länger als zum Beispiel auf Linux. OpenBSD ist daher eher ein Server- oder Firewallbetriebssystem und weniger für die Arbeit am Desktop gedacht, außer man kann auf neuere Hardware und Features verzichten.

Heimat bist du großer Töchter

Aus dem OpenBSD-Projekt sind schon einige wichtige Tochterprojekte hervorgegangen. Da die Programmierer um eine offene Entwicklungen bemüht sind, und die Ergebnisse streng nach der BSD-Lizenz weitergegeben werden können, mussten jene Teile des Projektes, die auf Fremdsoftware beruhten und nicht die Forderungen erfüllten, aus dem Projekt entfernt und neu implementiert werden. So entstand etwa eines der erfolgreichsten Tochterprojekte - OpenSSH.(grex)

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    Das offizielle Maskottchen von OpenBSD: Puffy, der Kugelfisch.

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