E-Commerce: Angst vor Daten­dieb­stahl trübt Verbrauchervertrauen

31. März 2006, 16:35
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Ausgaben via Internet nehmen trotzdem zu - Akzeptanz für Gütesiegel steigt

Der Handel im Internet befindet sich sowohl in den USA als auch in Europa im Aufwärtstrend. Die Angst vor Datendiebstahl und anderen Onlinegefahren trübt jedoch zunehmend das Vertrauen in dieses Medium, hat eine Studie des Sicherheitsspezialisten RSA Security in Zusammenarbeit mit den Marktforschern von Momentum Research ergeben. Demnach geben die User in den untersuchten Märkten USA, Deutschland, Frankreich und Großbritannien insgesamt zwar mehr aus als noch vor einem Jahr. Ein mittlerweile erheblicher Anteil von ihnen hat dagegen seine Ausgaben bereits wieder zurückgefahren.

Internet-Ausgaben

Die Internet-Ausgaben belaufen sich der Studie zufolge auf durchschnittlich 153 Euro pro Monat. Allerdings geben 16 Prozent der befragten US-Amerikaner und 13 Prozent der Briten mittlerweile weniger aus als noch vor einem Jahr. Das kann laut Studie direkt mit dem steigenden Bewusstsein für Datendiebstähle in Verbindung gebracht werden. Demnach sind etwa 90 Prozent der US-Amerikaner mit den Gefahren durch Datendiebstahl vertraut. Wenig überraschend nach dem Presserummel, der in den USA in den vergangenen Monaten entfacht worden sei, so RSA-Chef Art Coviello. In Deutschland und Frankreich ist das Wissen um diese Gefahren dagegen um einiges geringer.

Gefahren

In Deutschland würden derlei Gefahren subjektiv stärker wahrgenommen als sie es tatsächlich seien, sagte Kai Hudetz, Bereichsleiter im deutschen E-Commerce-Center Handel. "Insgesamt sind die Sicherheitsprobleme bei den großen Shops eher marginal", schätzte Hudetz. Vor allem die zahlreichen negativen Presseberichte hätten aber ein Klima der Unsicherheit hervorgerufen. Darüber hinaus sorge auch die Anonymität im Internet für Unbehagen unter den Verbrauchern.

Gütesiegel

Für Hudetz sind etwa Gütesiegel ein Mittel, um das Verbrauchervertrauen zurück gewinnen zu können. Die Gütesiegel, die bereits seit 1999 im Gespräch sind, hätten lange Zeit eine Art Nischendasein gefristet. Ihre Verbreitung ist laut Hudetz zwar nach wie vor gering. Allerdings steige die Akzeptanz sowohl beim Handel als auch bei den Verbrauchern. Insbesondere kleinere Shops könnten von den Gütesiegeln profitieren, so Hudetz. (pte)

  • Die Internet-Ausgaben belaufen sich einer Studie zufolge auf durchschnittlich 153 Euro pro Monat.
    bild: pte

    Die Internet-Ausgaben belaufen sich einer Studie zufolge auf durchschnittlich 153 Euro pro Monat.

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