Tschetschenen-Sicherheitschef erteilt Schießbefehl auf Vermummte

9. November 2005, 15:18
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Reaktion auf zahlreiche Entführungen

Moskau - Angesichts zahlreicher Entführungen hat der Sicherheitschef der russischen Kaukasus- Republik Tschetschenien einen Schießbefehl auf Vermummte erlassen. Die Nachrichtenagentur Interfax zitierte am Dienstag den Chef der Sicherheitskräfte, Ruslan Alchanow, mit den Worten, er habe Befehl gegen, auf jeden zu schießen, der sich vermummt auf die Straße begebe.

Wer sein Gesicht nicht zu zeigen wage, sei ein Bandit. In der Republik sind bereits hunderte Zivilisten von maskierten Gewalttätern verschleppt worden, seit Russland die abtrünnige Region 1999 militärisch wieder unter seine Kontrolle gebracht hatte.

In Kreisen des russischen Innenministerium wurde Kritik an der Entscheidung des Sicherheitschefs laut, die "unüberlegt" sei. Durch die Maßnahme könnten die Militäroperationen in Tschetschenien in Gefahr geraten, hieß es weiter. Menschenrechtsgruppen werfen den russischen Sicherheitskräften vor, mit maskierten Spezialkommandos in Tschetschnien Angehörige von Rebellen entführen zu lassen, um die Separatisten unter Druck zu setzen. Russland hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen. (APA/Reuters)

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