Einkaufsverbot für Schwarze in Linz

9. November 2005, 12:56
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Geschäftsbesitzer plakatiert gegen Afrikaner - Grüne erstatten Anzeige gegen Geschäftsmann - Dieser will sein Geschäft zusperren

Linz – "Schwarzafrikaner lasst uns in Ruhe, denn wir wollen nichts von euch" – diese Botschaft in der Auslage des Lederwarengeschäfts Stopper in der Linzer Innenstadt lässt an Deutlichkeit nichts mehr offen. Menschen mit dunkler Hautfarbe werden seit Kurzem mittels eines großen Plakats aufgefordert, den Laden tunlichst zu meiden.

Auch der Versuch einer Begründung findet sich auf dem handgeschriebenen Zettel an der Glasscheibe: "... Die Schwarzafrikaner: Der deutschen Sprache kaum mächtig, führen kleine Meinungsunklarheiten gleich zu schlimmen Wortattacken wie Leck am Arsch, Stinkefinger, Hitlersau, ... daher sagen wir: Lasst uns in Ruhe." Ergänzt wird die fragwürdige Meinung des Geschäftsinhabers von einem zweiten Plakat, auf dem der Mann sich als "stolzer Österreich" outet und man tunlichst dafür "was tun muss, damit das auch so bleibt".

Kunden-Lob

Der Geschäftsinhaber sieht sich bei einem STANDARD-Lokalaugenschein völlig im Recht: "Fast täglich habe ich Neger im Geschäft, die alles durchwühlen. Wenn ich dann sage, dass Selbstbedienung nicht erwünscht ist, werden sie frech und aggressiv."

Bereits dreimal habe er die Polizei holen müssen. Das Argument, mit seinem Plakat eine Pauschalverurteilung in die Auslage gehängt zu haben, lässt der Geschäftsbesitzer nicht gelten: "Es sind nicht alle so, aber viele. Ich bin kein Ausländerfeind, aber ich lass mir als stolzer Österreicher von Zug'raste nichts sagen." Außerdem bekomme er von seinen Kunden "wahnsinnig viel Lob" für seine Plakate.

Erste rechtliche Konsequenzen sind bereits fix. Die oberösterreichischen Grünen werden gegen den Geschäftsmann Anzeige erstatten. "Auch wenn es Zwischenfälle im Geschäft gegeben haben soll, ist dieses Lokalverbot rassistisch und damit völlig inakzeptabel", so der grüne Klubobmann Gunther Trübswasser.

Linzer sperrt Geschäft zu

Der Linzer Händler zieht nun die Konsequenzen. Er erklärte im ORF-Radio Oberösterreich am Mittwoch, dass er sein Lederwarengeschäft Ende März schließen werde.

Sollte der Mann verurteilt werden, wäre nach Auskunft der Wirtschaftskammer Oberösterreich ein Gewerbeentzugsverfahren denkbar. Dazu dürfte es allerdings nicht kommen, wenn der Händler seine Ankündigung wahrmacht und sein Geschäft zusperrt, hieß es in dem ORF-Bericht. (Markus Rohrhofer, DER STANDARD, Print, 19.10.2005/APA)

  • Rassismus in Linz: "Wir sind stolze Österreicher und Sie doch auch? Dafür muss man etwas tun, damit es auch so bleibt."
    foto: standard

    Rassismus in Linz: "Wir sind stolze Österreicher und Sie doch auch? Dafür muss man etwas tun, damit es auch so bleibt."

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