Novartis profitiert von Kostenkontrolle und Übernahmen

7. November 2005, 14:39
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Sparmaßnahmen zeigen Wirkung - Ergebnis im dritten Quartal um 17 Prozent gestiegen

Zürich - Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat den Reingewinn im dritten Quartal 2005 dank strikter Kostenkontrolle und Akquisitionen um 13 Prozent auf 1,67 Mrd. Dollar (1,4 Mrd. Euro) und damit stärker als von Analysten erwartet gesteigert. Novartis bestätigte zudem die Ertragsprognosen für das Gesamtjahr.

Und die Integrationskosten für die übernommenen Generika-Hersteller Hexal und Eon Labs werden geringer ausfallen als bisher angenommen. Analysten sprachen von einem soliden Ausweis und an der Börse schnellten die Novartis-Aktien über drei Prozent nach oben.

Nettoumsatz gewachsen

Der Konzern-Nettoumsatz wuchs im Berichtsquartal um 19 Prozent auf 8,42 Mrd. Dollar, wobei sich die Erlöse in der wichtigsten Division Pharma um zehn Prozent auf 5,09 Mrd. Dollar erhöhten. In Lokalwährungen betrug das Umsatzwachstum im Konzern 18 Prozent und im Pharmabereich neun Prozent.

Im Gesamtjahr erwartet Novartis auf Konzernebene und in der Pharma-Division weiterhin ein währungsbereinigtes Nettoumsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich. Unter Ausschluss der Auswirkungen durch die Hexal- und Eon Labs-Übernahmen wird beim operativen Ergebnis und beim Reingewinn unverändert mit neuen Rekordwerten gerechnet.

Novartis rechnet neu mit geringeren Kosten für die Integration von Hexal und Eon Labs; der negative Einfluss auf den Reingewinn im Jahr 2005 wird mit 175 bis 250 Mio. Dollar und damit rund 30 Prozent tiefer als bisher veranschlagt.

Aktien zogen an

Die Novartis-Aktien zogen zeitweise bis auf 68,20 sFr und damit den höchsten Stand seit Ende Mai 2002 an. Gegen 15:00 Uhr notierten die Titel noch 3,4 Prozent fester bei 67,85 sFr und tendierten damit deutlich besser als die europäischen Pharmawerte. Novartis haben sich in diesem Jahr bisher um knapp sechs Prozent schlechter entwickelt als der DJ StoxxHealthcare-Index.

Laut Analysten zeigten die Maßnahmen zur Kostenkontrolle, die in der gesamten Pharmabranche zu beobachten seien, bei Novartis erste positive Auswirkungen. "Das sind gute Zahlen und speziell die Profitabilität verbessert sich. Und darauf schauen viele Leute", sagte Lombard Odier Darier Hentsch-Analyst Bob Pooler.

Der operative Konzerngewinn erhöhte sich im dritten Quartal um 17 Prozent auf 1,89 Mrd. Dollar. Wegen des Ergebnisrückgangs im Bereich Consumer Health sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit den Zukäufen im Generika-Bereich und Wertminderungen blieb der Anstieg hinter dem Umsatzwachstum zurück. In der Pharma-Sparte allerdings verbesserte sich die operative Marge um 2,8 Prozentpunkte auf 33,0 Prozent. In den USA wurden die Marketing-Aufwendungen um 1,5 Prozentpunkte gesenkt, so Novartis.

Integration schreitet voran

Die Integration der deutschen Hexal und der US-Firma Eon Labs in Sandoz schreite rapide voran und die Entwicklung der beiden Unternehmen übertreffe die Erwartungen, hieß es weiter. Angesichts der im dritten Quartal erstmals konsolidierten Übernahmen verdoppelte sich der Sandoz-Umsatz in lokalen Währungen auf 1,5 Mrd. Dollar. Unter Ausschluss der Übernahmen resultierte ein Umsatzplus von neun Prozent. Sandoz-CEO Andreas Rummelt sagte bei einer Telefonkonferenz für Analysten, das operative Margenziel auf Stufe EBIT von 15 Prozent könne in spätestens drei Jahren erreicht werden.

In den ersten neun Monaten steigerte Novartis den Reingewinn um 13 Prozent auf 4,79 Mrd. Dollar. Der Konzernumsatz erhöhte sich in Lokalwährungen um zwölf Prozent auf 23,56 Mrd. Dollar und der Pharma-Umsatz wuchs um neun Prozent auf 15,01 Mrd. Dollar. (APA/Reuters)

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    Laut Analysten zeigten die Maßnahmen zur Kostenkontrolle, die in der gesamten Pharmabranche zu beobachten seien, bei Novartis erste positive Auswirkungen.

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