Ex-Mitglieder der Liste Hans Peter Martin liefern "Hintergründe zur HPM-Million"

31. Oktober 2005, 16:29
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Karin Resetarits und Kurt Köpruner: Bis heute nichts gespendet - Aufforderung an EU-Abgeordneten: Spendengesuche endlich erfüllen

Wien/Brüssel - Karin Resetarits und Kurt Köpruner, die am 7. Mai 2004 gemeinsam mit Hans Peter Martin bei der EU-Wahl kandidierten, kritisieren nun, dass über eine Million Euro auf einem Konto von Martin liegen würden und bis heute davon nichts gespendet worden sei. Die Partei sein nur ein technisches Vehikel gewesen: "So haben wir es immer genannt", meinen Resetarits und Köprunter in einer Aussendung über die "Hintergründe zur HPM-Million" am Dienstag. Das Ziel der Liste sei ein effizienter, sparsamer EU-Wahlkampf gewesen, und im Falle eines Erfolgs, sollte der Wahlwerbungskostenbeitrag nach Abzug aller Ausgaben "demokratiefördernden, sozialen Projekten, insbesondere für junge Menschen" gespendet werden.

"Gespendet wurde bis heute nichts"

Dem ist aber laut Martins Ex-KollegInnen nun nicht so. "Über eine Million Euro liegt nun auf einem Konto von Hans Peter Martin bzw. dieser Partei. Gespendet wurde bis heute nichts. Wir, seine ehemaligen Mitstreiter, sind bereits am Tag nach der Wahl ohne unser Wissen von der HPM-Partei ausgeschieden worden. Seither schaltet und waltet Hans Peter Martin unseres Wissens nach als alleiniger Parteiführer über das Steuergeldvermögen. Transparenz fordert er gerne von anderen ein - und lenkt damit von sich selbst ab. Trotz mehrfacher Ausforderung weigert sich Hans Peter Martin öffentlich zu machen, wer ihn und seine einsamen Entscheidungen kontrolliert oder zumindest beobachtet."

Spendengesuche

Mehrere Dutzend Menschen hätten sich vor und nach der Wahl mit der Bitte um finanzielle Unterstützung an diese Partei gewandt. Sämtliche Spendengesuche wurden von Kurt Köpruner geprüft und an Martin weitergeleitet. Bis heute sei er diesen Menschen eine direkte Antwort schuldig geblieben.

Hans Peter Martin beruft sich auf seiner Homepage, dass ihm die Auszahlung des Geldes für Spendenzwecke nicht genehmigt wurde.

"Wer oder was konkret hindert ihn daran, die eine Million Euro zu spenden?" fragen Resetarits und Köpruner, die die Meinung des Bundeskanzleramts und des Rechtsexperten Theo Öhlinger zitieren, wonach das Geld sehr wohl gespendet werden darf.

Zwar nicht an Tsunami-Opfer - so wie es Martin nach der Naturkatastrophe wollte - denn bei der Spende müsse ein Zusammenhang mit der EU-Wahl bestehen. Dies sei bei den eingegangenen Ansuchen durchaus gegeben. Die Liste "Dr. Hans Peter Martin - für echte Kontrolle in Brüssel" könnte das Geld demnach jederzeit - wie angekündigt - Organisationen und Projekten zukommen lassen, welche demokratiefördernd, sozial und insbesondere für junge Menschen sind.

Viele Österreicher hätten der Liste HPM gerade wegen dieses Wahlversprechens ihre Stimme geschenkt und machten sich seit mehr als einem Jahr berechtigt Hoffnung. Resetarits und Köpruner fordern deshalb: "Dass diese nun endlich erfüllt wird. Ansonsten: Willkommen im Club der HPM-Geschädigten!" (red)

  • Ein Bild aus besseren Zeiten: Hans Peter Martin zwischen Köpruner und Resetarits im Wahlkampf
    foto: standard/cremer

    Ein Bild aus besseren Zeiten: Hans Peter Martin zwischen Köpruner und Resetarits im Wahlkampf

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