Google Print kommt nach Östrreich

24. November 2005, 16:38
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Die teilweise umstrittene Buchsuche von Google, die Volltextsuche in Büchern ermöglicht, startete jetzt in Österreich.

Autoren lieben Google, weil die Suchmaschine inner halb weniger Jahre zu einem fast unverzichtbarem Rechercheinstrument geworden ist.

Alle Autoren? Nicht ganz – manche sehen sich durch "Google Print", einer Volltextsuche für Buchtexte, in ihren Urheberrechten verletzt; der US-Autorenverband Authors Guild hat darum Ende September Klage gegen Google eingebracht. Jetzt könnte die Kontroverse in eine neue, internationale Runde gehen: Montag startete Google Print auch in europäischen Ländern, darunter Österreich.

Wie die Netzsuche Die Suche nach einem Schlagwort in einem Buch funktioniert so wie eine Internetsuche: Google liefert gefundene Titel und auf Mausklick ein Bild der jeweiligen Seite – nicht aber das ganze Buch.

Eine ähnliche Buchsuche wird seit geraumer Zeit auch vom Onlinehändler Amazon angeboten.

"Es ist wie Reinhören in ein Musik-MP3

"Namhafte Verlage" würden sich an dem Projekt beteilig ten, erklärte Google-Sprecher Stefan Keuchel dem Standard, im August sei Google Print auch für kleine und mittlere Verlage geöffnet worden. "Es ist wie Reinhören in ein Musik-MP3 und öffnet den Verlagen neue Verkaufsmöglichkeiten für diese Titel." Eine Kooperation mit großen Bibliotheken, um deren urheberrechtsfreien Inhalte älterer Werke zugänglich zu machen, gibt es hingegen derzeit erst in den USA und mit Oxford. In Europa stieß das Bibliotheksprogramm teilweise auf heftige Kritik, vor allem aus Frankreich, das eine kulturelle "Hegemonie" des US-Anbieters über europäisches Kulturerbe befürchtet. Johanna Rachinger, Direktorin der Österreichischen Na tionalbibliothek, sieht hingegen eher Chancen. Zum einen habe das Google-Projekt zu einer europäischen Initiative geführt, um EU-Mittel für eine Digitalisierung europäischen Kulturgutes zu erhal ten. Zum anderen: "Wenn Google uns ein tolles Angebot macht, dann werde ich das genau prüfen. Wir haben großartige Schätze und unser Ziel ist es, den freien Zugang zu unseren Inhalten möglichst vielen Benutzern zu ermöglichen." (Helmut Spudich, DER STANDARD Printausgabe, 19. Oktober 2005)

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