Kiffen weniger krebserregend als Zigaretten rauchen

2. Juni 2006, 16:59
157 Postings

Unterschied und Ursache Nikotin: US-Forscher schreibt dem Wirkstoff THC gar krebshemmende Wirkung zu

Colorado Springs - Rauchen von Cannabis löst weniger wahrscheinlich eine Krebserkrankung aus als das Rauchen von Tabak, attestiert Robert Melamede von der University of Colorado, einer der führenden amerikanischen Cannabisexperten. Trotz der chemischen Ähnlichkeit wirke Tabak stärker krebserregend. Laut Melamede sei der Unterschied hauptsächlich auf das Nikotin im Tabak zurückzuführen.

Cannabis könne eine Krebserkrankung durch das enthaltene THC unter Umständen sogar hemmen: Nikotin aktiviere krebserregende Bestandteile, bei THC sei hingegen nachgewiesen, dass es bei Mäusen diese Aktivierung blockiere. "Verbindungen, die in Cannabis enthalten sind, töten nachweisbar verschiedene Krebsarten ab. Dazu gehört Brust-, Prostata- und Hautkrebs sowie Lymphome und Leukämie." Zu einer Interaktion könne es kommen, da Cannabis häufig mit Tabak konsumiert werde. "Es ist möglich, dass sich mit dem Älterwerden der Konsumenten die Langzeitwirkungen des Cannabisrauchens jenen von Tabakrauchern angleichen."

Die derzeitigen Forschungsergebnisse legten jedoch nicht nahe, dass das Rauchen von Cannabis ein vergleichbares karzinogenes Potenzial aufweise wie das Rauchen von Tabak. Jean King von Cancer Research UK erklärte laut BBC, dass viele der Studien für die Untersuchung der Zusammenhänge zwischen Krebs und Cannabis gereinigte Cannabinoide eingesetzt hatten. "Die Ergebnisse derartiger Studien dürften nicht die gesamten Auswirkungen des Rauchens von Cannabis berücksichtigen, da insgesamt mehr als 400 Chemikalien eine Rolle spielen."

In der Vergangenheit wurde bereits ein Zusammenhang mit psychischen Problemen und Atemschwierigkeiten hergestellt. Ebenfalls erforscht wird, ob Cannabis zur Behandlung einer Reihe von Krankheiten wie Multiple Sklerose oder Alzheimer eingesetzt werden kann.

Laut der British Crime Survey wurde Cannabis im letzten Jahr von einem von zehn Briten konsumiert. Damit bleibt es die in Großbritannien am häufigsten konsumierte Droge. (pte/red)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Rauchen von Cannabis weist laut vorliegenden Forschungsergebnissen kein vergleichbares karzinogenes Potenzial wie das Rauchen von Tabak auf.

Share if you care.