Hysterie?

16. November 2005, 17:10
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Es wird Zeit, ein paar Grundfakten über die Vogelgrippe zu analysieren

Wenn die österreichische Gesundheitsministerin und ein medizinischer Halbgott in Weiß im ORF vor "Hysterie" wegen der Vogelgrippe warnen und beruhigende Geräusche von sich geben, wird es Zeit - sich zu fürchten? Nein, aber sich zu informieren und ein paar Grundfakten ruhig zu analysieren. Die Vogelgrippe ist nach wie vor eine Geflügelgrippe, die nur dort auf Menschen übergesprungen ist und einige dutzend Todesopfer kostete, wo Menschen ganz eng mit Geflügel zusammenleben, also in Südostasien. Die Gefahr, dass das Virus mutiert, von Mensch zu Mensch übertragbar wird und eine für Millionen Menschen tödliche Pandemie entsteht, ist aber in "Offen gesagt" am Sonntagabend stärker bagatellisiert worden als von Experten der EU und WHO.

Die Spanische Grippe von 1918 hat in Europa mehr Menschen das Leben gekostet als der Erste Weltkrieg (zehn Millionen). Vor diesem Hintergrund sollte man nicht von einer "Hysterie" reden, "die zum Teil geschürt ist" (Rauch-Kallat).

Geschürt von wem? Vom Leiter des Influenza-Programms der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der sagte, das Virus habe "alle Potenzen, sich zu verändern und eine Pandemie hervorzurufen"? (DER STANDARD-Printausgabe 18.10.2005)

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