LEFÖ: Bock auf Zivilcourage

11. November 2005, 15:28
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Wiener Migrantinnenverein "Lefö" erhielt Menschenrechtspreis

Wien - Drei Nominierungen und Stillschweigen bis zuletzt - Spannung à la Oscar-Verleihung herrschte Montagabend in der Österreichischen Nationalbibliothek bei der Vergabe des diesjährigen Ute-Bock-Preises für Zivilcourage. Der von SOS Mitmensch gestiftete Hauptpreis ging schließlich an den Verein "Lefö", der sich seit zwanzig Jahren für Migrantinnen einsetzt.

"Lefö" steht für "Lateinamerikanische exilierte Frauen in Österreich" und wurde 1985 gegründet. Seither haben sich Arbeitsfeld und Zielgruppe massiv ausgeweitet. Der Verein setzt sich heute unter anderem auch für Gesundheitsprävention für Migrantinnen in der Sexarbeit ein und betreibt eine Interventionsstelle gegen Frauenhandel.

Für ihre Zivilcourage ausgezeichnet wurden auch zwei Privatpersonen: Silvia Franke, Sozialarbeiterin und Psychotherapeutin, setzte sich für mehrere Roma-Straßenmusiker ein, denen in Wien die Instrumente abgenommen worden waren. Nach allerlei bürokratischen Hürden erreichte sie, dass die Musiker ihre lebenswichtigen "Werkzeuge" wieder zurückerhielten - DER STANDARD berichtete.

Dietmar Köhler, mittlerweile pensionierter Maschinenbauingenieur, engagiert sich für die Selbstvertretung von Erwerbsarbeitslosen. Und das nicht nur im Verein "Zum alten Eisen".

Der Menschenrechtspreis wird seit 1999 vergeben, Namensgeberin ist Ute Bock, die "Mama" der Wiener Flüchtlingsbetreuung. (DER STANDARD-Printausgabe 18.10.2005)

Michael Simoner

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SOS Mitmensch

  • Seit 1999 vergibt SOS Mitmensch, hier die zentrale Andockstelle des Vereins in Wien-Neubau, den Ute-Bock-Preis für Zivilcourage und Menschenrechte.
    foto: cremer

    Seit 1999 vergibt SOS Mitmensch, hier die zentrale Andockstelle des Vereins in Wien-Neubau, den Ute-Bock-Preis für Zivilcourage und Menschenrechte.

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