70 Tote bei US-Luftangriffen

18. Oktober 2005, 06:49
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Laut Augenzeugen mindestens 39 Zivilisten getötet - USA: Opfer sind Aufständische - Angriffe nach Tod von fünf US-Soldaten

Bagdad - Bei US-Luftangriffen im Irak sind nach Angaben der amerikanischen Streitkräfte unweit der Stadt Ramadi 70 Menschen getötet worden. Nach US-Angaben handelte es sich bei allen Opfern um Aufständische, irakische Augenzeugen sprachen hingegen von mindestens 39 getöteten Zivilisten. Die Angriffe wurden bereits am Sonntag geflogen, wie die US-Streitkräfte am Montag in Bagdad mitteilten. Die Luftwaffe habe damit auf einen Anschlag in der Nähe von Ramadi und auf den Beschuss eines US-Militärhubschraubers in der Ortschaft Al-Bu Faraj reagiert.

In der US-Stellungnahme hieß es, die US-Truppen hätten aus der Luft eine Gruppe mutmaßlicher Aufständischer bombardiert. Diese hätten gerade unweit der Stelle, an der zuvor fünf US-Soldaten durch eine Bombe getötet worden waren, erneut einen Sprengsatz nahe einer Straße deponiert. 20 Menschen seien am Boden getötet worden.

Associated Press zitierte jedoch Augenzeugen, wonach sich um das US-Fahrzeug Zivilisten versammelt hätten; 25 Menschen seien getötet worden.

Bei weiteren Gefechten und Luftangriffen rund um die in der Provinz Anbar gelegene Rebellenhochburg Ramadi seien weitere 50 Extremisten getötet worden, hieß es in der US-Erklärung weiter. Auch hier berichteten Augenzeugen von getöteten Zivilisten

110 Kilometer westlich von Bagdad

Ramadi, die 110 Kilometer westlich von Bagdad gelegene Hauptstadt der Provinz Anbar, ist eine Hochburg des von sunnitischen Arabern getragenen Aufstands im Irak. Die US-Armee hat in den vergangenen drei Wochen wiederholt Einsätze gegen Aufständische im Umland Ramadis und weiter im Westen durchgeführt, um die Sicherheitslage vor dem Referendum zu verbessern. Im Euphrat-Tal in der Provinz Anbar wird auch das Versteck des Anführers von Al-Kaida im Irak, Abu Musab al-Zarqawi vermutet. (APA/Reuters)

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    Die US-Armee sprach von Angriffen auf Aufständische - laut Augenzeugen waren jedoch mindestens 39 Zivilisten unter den Opfern.

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