T-Systems Austria liefert E-Health-Lösung für Energieriesen Saudi Aramco

7. November 2005, 13:34
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Deutsche-Telekom-Tochter sieht sich als schnellst wachsender IT-Anbieter Österreichs und setzt auf Outsourcing, E-Health und das Prinzip Follow the Customer

Wien - Follow the Customer ist das Prinzip, das heute zahlreiche Unternehmen "bewegt". "Angesichts der Kunden, die ihre Aktivitäten in unterschiedliche Länder und Erdteile ausdehnen, ist es auch für einen IT-Anbieter wie T-Systems notwendig, den Kunden dort, wo sie Services und Dienstleistungen brauchen, diese anzubieten", betont T-Systems-Austria-Chef Rudolf Kemler dieser Tage vor Journalisten in Wien. International sei man mittlerweile in über 20 Ländern vertreten und begleite Kunden vor allem bei ihrer Expansion in Zentral- und Osteuropa. Großen Kunden folgt man aber auch nach Brasilien und Japan. Einen Globalisierungsansatz im Sinne von Besetzung von Flächen sieht Kemler aber nicht als zielführend. Mit dieser Strategie sei man sehr erfolgreich, so Kemler: „Wir waren die beiden vergangenen Jahre mit 16 Prozent Zuwachs der am schnellsten wachsende IT-Anbieter in Österreich".

Outsourcing

40 Prozent des Gesamtgeschäftes macht die Deutsche-Telekom-Tochter mittlerweile mit Outsourcing, also dem Auslagern von IT- und Telekommunikation. Projekte die heuer mit Großkunden in Angriff genommen wurden, waren SAP-Outsourcing-Verträge für Wienerberger oder die Brauunion Holding Österreich, das Unternehmensnetzwerk der VATech, die Konzernvernetzung der Duropack und ein Auftrag des weltgrößten Erdöl- und Erdgasproduzenten Saudi Arabien Oil Company (Saudi Aramco). Das Unternehmen betreibt zwei Krankenhäuser und fünf Kliniken, in dem die SAP-basierte Krankenhaus-Lösung i.s.h.med von T-Systems Austria eingesetzt wird. Insgesamt steuere das System jährlich rund 600.000 Patientenakten, 1,3 Mio. Klinkbesuche und rund 24.000 stationäre Entlassungen, so Projektmanager Hasan Al-Taha. Entwickelt wurde die Software unter anderem im T-Systems Entwicklungszentrum im niederösterreichischen Gmünd.

Kostendruck als Treiber

Aus dem Health-Bereich erwartet sich T-Systems Austria weitere Impulse für die Zukunft und das vermutlich zu Recht. Qualitätsverbesserung für Patienten und Personal im gesamten Gesundheitsbereich sind Treiber für neue Technologien, der Kostendruck der Kassen ein weiterer. Laut Statistik Austria wurden 2003 für Gesundheit 17 Mrd. Euro ausgegeben, 24,2 Prozent mehr als 1997 - Tendenz steigend - die Menschen werden älter, die medizinische Versorgung komplexer. Mit der Einführung der E-Card könnte das Finanzloch der Kassen von derzeit 280 Mio. Euro im Jahr 2007 auf 561 Mio. wachsen. Krankenhäuser, Pflegeanstalten, Krankenkassen stehen folglich vor den gleichen Herausforderungen wie andere Unternehmen: Konsolidierung und Verschlankung von Prozessen.

Competence Center Health

T-Systems Austria sieht sich für diesen Bereich laut Kemler gut positioniert. i.s.h.med habe sich zu einer der international marktführenden Lösungen im Krankenhausbereich entwickelt. Derzeit gibt es weltweit über 260 lizenzierte Standorte. Insgesamt werden rund 80 Prozent der Lizenzumsätze mit i.s.h.med im Ausland lukriert. In Österreich gibt es Implementierungen in Wien, Niederösterreich, Burgenland, Oberösterreich, Steiermark und Tirol. Daneben seien auch im Gesundheitssystem Outsourcing und Netzwerkbetrieb ein Thema, so Kemler. Zusatzgeschäft erhofft er sich auch durch die Telering-Übernahme durch die Schwester T-Mobile Austria, deren IT T-Systems betreibt. Hat Telering derzeit die Betreuung des Netzwerkes an Alcatel ausgelagert, so rechnet sich Kemler nach dem Abschluss des Deals darauf Chancen aus. (rb)

T-Systems Austria

Das Unternehmen beschäftigt in Österreich rund 800 und bietet Dienstleistungen für Informations- und Kommunikationstechnologie. Im Gesundheitsbereich fungiert T-Systems Austria als Internationales Kompetenzzentrum im Gesamtkonzern.2004 erwirtschaftete T-Systems Austria einen Umsatz von 221 Millionen Euro.

  • Im Gesundheitsbereich sieht sich T-Systems Austria gut positioniert.
    foto: t-systems

    Im Gesundheitsbereich sieht sich T-Systems Austria gut positioniert.

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