Personalgerangel in der Union

17. Oktober 2005, 08:52
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Seehofer als Agrarminister oder Glos im Verteidigungsministerium - Merkel will Kabinettsliste am Montag vorlegen

Berlin/München - In der Union gibt es weiter Gerangel um mehrere Ministerposten des Kabinetts einer großen Koalition in Deutschland. Vor allem ist noch offen, wer für die CSU neben dem designierten Wirtschafts- und Technologieminister Edmund Stoiber in die Regierung geht. Davon hängen weitere Personalentscheidungen ab. Die CDU-Chefin und künftige Kanzlerin, Angela Merkel, will die Kabinettsliste der Union am Montag vorlegen.

Meldungen, wonach Seehofer bereits als Verbraucher- und Landwirtschaftsminister fix sei, wurden umgehend dementiert: Die CSU wolle erst am Montag entscheiden, hieß es aus Unionskreisen. Das Parteipräsidium werde die endgültige Festlegung in einer Telefonkonferenz treffen.

In Unionskreisen hieß es, der CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber habe eine "gewisse Priorität" für Horst Seehofer als künftigen Minister erkennen lassen. Noch immer sei aber offen, welches Aufgabengebiet der frühere Gesundheitsminister übernehmen solle. Nach Medienberichten soll er Agrar- und Verbraucherminister werden, womit er selber aber angeblich nicht zufrieden sei. Er strebe das Familienministerium an, hieß es. Merkel will jedoch nach Berichten von "Leipziger Volkszeitung" und "Bild am Sonntag" die niedersächsische Familienministerin Ursula von der Leyen auf diesem Posten sehen.

Zwei CSU-Minister

Bei den Spekulationen im Vorfeld war man davon ausgegangen, dass der Schwesterpartei CSU in einer Koalition zwei Ministerposten zugestanden werden - drei Ministerposten gelten als unwahrscheinlich. Alternativ zu Seehofer ist aus der CSU Landesgruppenchef Michael Glos für das Amt des Verteidigungsministers im Gespräch.

Von der Leyen wiederum muss nach Medienberichten mit Gegenwind aus mehreren CDU-Landesverbänden rechnen, da noch immer aus Niedersachsen auch der CDU-Außenexperte Friedbert Pflüger als Verteidigungsminister im Gespräch ist. Zwei Niedersachsen im Kabinett seien jedoch zu viel. Als relativ sicher gilt, dass Ex-Parteichef Wolfgang Schäuble Innenminister werden soll, nachdem ein Wechsel des bayerischen Innenministers Günther Beckstein (CSU) nach Berlin von der CSU-Spitze für unwahrscheinlich gehalten wird.

Als möglicher Verteidigungsminister steht auch der hessische CDU- Politiker Franz Josef Jung bereit, ein enger Vertrauter des Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU). (APA)

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    Wahrscheinlich ist, dass die CSU zwei Ministerposten erhält - neben Stoiber könnte der Gesundheitsexperte Horst Seehofer (CSU) das Amt des Verbraucher- und Agrarministers erhalten.

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    Alternativ zu Seehofer ist Landesgruppenchef Michael Glos für das Amt des Verteidigungsministers im Gespräch. Stoiber favorisierte jedoch angeblich Seehofer.

  • Im Familienministerium will Merkel laut Zeitungsberichten die niedersächsische Familienministerin Ursula von der Leyen sehen.

    Im Familienministerium will Merkel laut Zeitungsberichten die niedersächsische Familienministerin Ursula von der Leyen sehen.

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