Renault holt erstmals Marken-WM

10. November 2005, 13:38
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Klien schaffte mit Rang fünf bestes Resultat seiner Karriere - Alonso Sieger beim Grand Prix in Shanghai

Shanghai - Die Formel-1-Saison 2005 hat am Sonntag in China genauso geendet, wie sie am 6. März in Australien begonnen hatte - mit einem Sieg von Renault. Fernando Alonso, der jüngste Champion aller Zeiten, sicherte in Shanghai mit seinem siebenten Saisonerfolg den ersten Marken-WM-Titel seines Teams ab, die Mannschaft von Flavio Briatore beendete das Rennjahr mit neun Punkten Vorsprung auf McLaren-Mercedes.

Großartige Leistung von Klien

Der WM-Zweite Kimi Räikkönen (McLaren), der die Saison im Endeffekt klar 21 Punkte hinter Alonso abschloss, und der Deutsche Ralf Schumacher (Toyota) landeten im von zwei Safety-Car-Phasen geprägten 19. und letzten Saisonrennen auf den Plätzen zwei und drei. Die Überraschung des Rennens lieferte der Österreicher Christian Klien: Der Red-Bull-Pilot wurde Fünfter und fuhr damit das beste Resultat seiner F1-Karriere ein.

"We are the champions", sang Alonso bei der Zieldurchfahrt, nach der Briatore den WM-Pott stemmen und Champagner spritzen durfte. "Eine perfekte Saison. Das Team hat fantastische Arbeit geleistet", jubelte der italienische Teamchef. Sein Parade-Schützling Alonso meinte: "Das war ein irrsinniges Jahr. Am Anfang haben wir alles abgeräumt, am Schluss nicht mehr alles riskiert. Für mich wären nicht nur sieben, sondern zehn oder elf Siege möglich gewesen. Der Konstrukteurstitel war für die Motivation fürs kommende Jahr enorm wichtig."

Alonso hatte leichtes Spiel

Den China-Grand-Prix stufte Start-Ziel-Sieger Alonso im Rückspiegel als "leichtestes Rennen des Jahres" ein, Renault ließ gegen das McLaren-Team noch einmal ordentlich die Muskel spielen - Quali-Ränge eins und zwei für Alonso und Giancarlo Fisichella, Plätze eins und vier im Rennen. "Wir haben ein wenig übersteuert. Ansonsten war das Auto wieder perfekt. Wir haben ganz klar gezeigt, dass wir im Finish noch einige Asse im Ärmel hatten", so Alonso.

Räikkönen stand hingegen trotz ebenfalls sieben Saisonsiegen enttäuscht auf dem Podest - zwei Mal Platz zwei in den beiden WM-Wertungen. "Unser Auto war heute einfach nicht schnell genug. Gratulation an Renault. Wir versuchen es im nächsten Jahr wieder." Eine frühere Vorentscheidung im Duell Renault gegen McLaren gab es in Runde 25, als McLarens Kolumbianer Juan Pablo Montoya aufgeben musste.

Saftey-Car-Phasen begünstigten Klien

Der Österreicher Klien profitierte von den Safety-Car-Phasen und fuhr ein tolles Rennen, bei dem er zwischenzeitlich sogar die schnellste Runde und Platz drei gehalten hatte. "Ein super Abschluss. Die Saison war nicht einfach, durch das Cockpit-Teilen mit Liuzzi war es schwierig, einen ordentlichen Rhythmus und Selbstvertrauen zu bekommen", so Klien, der 2006 wohl ebenfalls für RBR und nicht für das Red-Bull-"Zweier"-Team Squadra Toro Rosso fahren wird - die offizielle Entscheidung steht jedoch noch aus.

"Ich stehe vor meinem dritten Formel-1-Jahr und sehe meine Zukunft weiter bei Red Bull Racing. Mit den Ferrari-Motoren können wir kommende Saison noch stärker sein", glaubt der WM-15., der mit RBR in der Premierensaison des Teams auf dem ausgezeichneten siebenten Platz der Marken-WM landete.

Die Gründe für die Safety-Car-Phasen: Montoya fuhr in Runde 18 über einen gelösten Kanaldeckel und beschädigte seinen rechten Vorderreifen, zehn Runden später verabschiedete sich der Inder Narain Karthikeyan im Jordan mit einem spektakulären Crash aus dem Rennen.

Chaos-Rennen für Schumi

Rekord-Weltmeister Michael Schumacher erlebte einen pannenreichen Abschluss einer verpatzten Saison. Das Rennen begann mit einem Unfall in der Einführungsrunde. Nach einem Spurwechsel des Ferrari-Stars krachte der Niederländer Christijan Albers im Minardi in den Wagen des Deutschen und beschädigte diesen. Der Ex-Champion startete deshalb im vollgetankten Ersatzwagen aus der Boxengasse. In der ersten Safety-Car-Phase rutschte der 36-Jährige dann beim Aufwärmen der Reifen ins Kiesbett.

In der kommenden Saison wird vieles anders: Vor allem der vorgeschriebene V8-Motor könnte die Karten neu mischen. Überlegt wird auch, die ungeliebte Qualifikation wieder zu ändern und Reifenwechsel beim Boxenstopp zu erlauben. Neben BMW baut auch Honda ein eigenes Werksteam auf. Verschwinden werden dagegen die Namen von Sauber, BAR, Jordan und Minardi. Sauber wurde von BMW aufgekauft. Honda übernahm vollständig BAR. Jordan und Minardi wurden von Midland bzw. Red Bull erworben. Auch ein elftes Team soll im Jahr 2006 im Formel-1-Feld auftauchen. (APA)

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    Briatore herzt Alonso.

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