Antisemitische Stereotypen

21. Oktober 2005, 12:37
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Antijüdische Fantasien in Nippes-Form, populäre Judenbilder und aktuelle Verschwörungstheorien - Ausstellung im Jüdischen Museum Hohenems

Da macht man sich über Juden lustig! In diesem Jahr richtete das Jüdische Museum Hohenems zwei große Ausstellungen aus, die sich beide mit Kitsch, Nippes, Spottfiguren etc. über das Judentum befassten, bzw. befassen. Während die eben zu Ende gegangene einen ironischen und kritischen Einblick in das jüdische Selbstverständnis bot, wird der Spieß nun umgedreht. Ab Sonntag zeigt das Museum unter dem Titel Antijüdischer Nippes, populäre Judenbilder und aktuelle Verschwörungstheorien antisemitische Stereotypen der christlichen und muslimischen Mehrheitsgesellschaften aus fünf Jahrhunderten. Herzstück der Ausstellung ist die Sammlung von Gideon Finkelstein, der über 400 judenfeindliche Darstellungen zur Verfügung stellte. Darunter befinden sich Schießbudenfiguren, Bierkrüge und Spazierstöcke, Aschenbecher und Karikaturen, Porzellan und Gemälde, mit denen die Menschen ihre negativen Fantasien zum Ausdruck brachten. Manches davon erscheint uns heute als skurril und überlebt, doch sind hier nicht nur Exponate aus der Zeit vor dem Holocaust, sondern auch zeitgenössische antijüdische Darstellungen zu sehen. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog über die Sammlung Finkelstein und ein 350 Seiten starker Essayband mit dem Titel: Gerüchte über die Juden. Vernissage in Anwesenheit Gideon Finkelsteins. (mh/DER STANDARD, Printausgabe, 15./16.10.2005)
Jüdisches Museum
Schweizer Straße 5
6845 Hohenems
05576/739 89-0
Di-So 10-17 Uhr
Eröffnung So, 11 Uhr
Bis 26.2.06.
  • Antijüdische Fantasien in Nippes-Form: ein Krug aus der Sammlung Finkelstein.
    foto: jüd. museum hohenems

    Antijüdische Fantasien in Nippes-Form: ein Krug aus der Sammlung Finkelstein.

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