Apple und Napster werben auf Piratenseiten

24. November 2005, 16:57
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Plattenindustrie kritisiert Werbemethoden der Musikplattformen - British Phonographic Industry: "Ein schlechter Scherz"

Die legal betriebenen Musikplattformen von Apple iTunes und Napster werben auf illegalen Downloadseiten und Trackersites für ihre Services. Das hat nun in der britischen Plattenindustrie heftige Kritik hervorgerufen. Beide Unternehmen wurden nachdrücklich dazu aufgerufen ihre Werbungen auf den so genannten Piratenseiten einzustellen. Die British Phonographic Industry (BPI) bezeichnete das Vorgehen der Downloadservice als wörtlich "schlechten Scherz". Allerdings pflegen, einem Bericht des Guardian zufolge, auch andere Firmen wie Sky, O2, MSN Messenger und Barclays derlei Werbemethoden auf illegalen Musikplattformen.

Warnungv

Britische Anwälte warnten davor, dass die Unternehmen Rechtsstreitigkeiten riskieren könnten. Copyright im Internet sei eine schnell veränderbare Rechtsangelegenheit. Jeder Copyrightinhaber oder eine damit verbundene Firma, die auf illegalen Downloadseiten wirbt, würde große juristische Risiken eingehen, so E-Commerce Anwältin Susan Singleton. Auch der Direktor der BPI drängt die Unternehmen dazu, sicher zu gehen, dass ihre Werbungen nicht auf den Piratenseiten auftauchen. Bei Apple Deutschland stand nach Anfrage von pressetext derzeit kein Vertreter zu einer Stellungnahme zur Verfügung.

"Unsere Werbungen werden umgehend entfernt"

Napster, erst seit vergangenem Jahr eine legale Musikplattform in Großbritannien, zeigte sich enttäuscht darüber, dass Werbung des Unternehmens auf den illegalen Downloadseiten aufgetaucht ist. "Unsere Werbungen werden umgehend entfernt", so Mark Howorth, Kommunikationsdirektor für Napster Europa. Es sei inakzeptabel für das Unternehmen, dass seine Werbungen auf irgendeiner illegalen Webseite auftauchen würden. In Deutschland sei nach Aussagen von IFPI-Pressesprecher Hartmut Spiesecke kein derartiger Fall von Werbeschaltungen bekannt. "Ich halte das jedenfalls für keinen guten Stil", so Spiesecke gegenüber pressetext.(pte)

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