Gestohlene Klee-Werke wieder im Museum

21. Oktober 2005, 12:37
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Kunstmuseum Bern kaufte Bilder von Versicherung zurück - Diebstahl von 1976 nach wie vor ungeklärt

Bern - Das Berner Kunstmuseum bekommt zwei 1976 gestohlene Werke des in Bern geborenen Malers Paul Klee (1879-1940) zurück. Am kommenden Donnerstag werden die Bilder "Der Niesen" und "Mit dem braunen Kamel" wieder ausgestellt, wie das Museum mitteilte. Die Bilder seien von der Versicherung zurückgekauft worden.

Als die vermissten Klee-Bilder vor vier Jahren über einen deutschen Rechtsanwalt wieder auftauchten, wurden sie in Basel von der Polizei beschlagnahmt. Besitzerin der Bilder war inzwischen die National Versicherung, da sie die beiden ursprünglichen Eigentümer, das Kunstmuseum Bern und die Rupf-Stiftung, 1977 für den Verlust der Werke mit je 400.000 Franken (heute etwa 258.000 Euro) entschädigt hatte. Die Versicherung zeigte sich nun bereit, die Bilder gegen die Rückerstattung der bezahlten Versicherungssumme den ursprünglichen Eigentümern wieder auszuhändigen.

Ungeklärter Diebstahl

Die Diebe der Werke sind nach wie vor unbekannt. Sie hatten die Bilder im April 1976 aus dem Studiensaal der grafischen Sammlung des Kunstmuseums Bern entwendet. Die grafische Sammlung konnte damals nur auf Voranmeldung besucht werden. Obwohl die Polizei alle Besucher der Grafischen Sammlung im fraglichen Zeitraum befragte, konnte der Diebstahl nicht aufgeklärt werden.

Beide Werke entstanden nach der legendären Tunis-Reise, die Klee mit seinen Künstlerfreunden August Macke und Louis Moilliet im Jahr 1914 unternommen hatte. Die Erfahrung der "lapidaren Landschaft Nordafrikas hatte die drei Künstler zu einer radikal neuen Auffassung der Abstraktion geführt", erklärte das Museum. (APA/sda/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    "Der Niesen" von Paul Klee ist ein häufig reproduziertes Kunstdruck-Motiv des Malers.

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