Juschtschenko entließ umstrittenen Generalstaatsanwalt

20. November 2005, 18:41
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Piskun war der letzte ranghohe Amtsträger aus Regierungszeit von Kutschma - Justizaffäre um ermordeten Journalisten

Kiew - Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko hat in der Justizaffäre um einen ermordeten Journalisten den umstrittenen Generalstaatsanwalt Swjatoslaw Piskun entlassen. Für Piskuns Entlassung habe es "mehr Gründe als nötig" gegeben, erläuterte Juschtschenkos Stabschef Oleg Rybatschuk am Freitag die Entscheidung. Piskun war der letzte ranghohe Amtsträger aus der Regierungszeit von Juschtschenkos Vorgänger Leonid Kutschma. Kritiker beschuldigten Piskun, er habe die Aufklärung des Mordes an dem Kutschma-kritischen Journalisten Georgi Gongadse vor fünf Jahren behindert.

Kutschma hatte Piskun erstmals im Jahr 2002 das einflussreiche Amt des Generalstaatsanwaltes übertragen und ihn ein Jahr später in der schwelenden Gongadse-Affäre entlassen. Per Gerichtsbeschluss war Piskun in den Tagen der ukrainischen Revolution in Orange im Dezember des Vorjahres wieder als Generalstaatsanwalt eingesetzt worden.

Eine Untersuchungskommission des ukrainischen Parlaments hatte vor einem Monat den Ex-Präsidenten Kutschma beschuldigt, die Entführung Gongadses angeordnet zu haben. Der Leichnam des Journalisten war im November 2000 ohne Kopf in einem Wald bei Kiew gefunden worden. Bis heute ist im Fall Gongadse niemand verurteilt worden. Piskun hatte sich nach Medienberichten vor kurzem bei einem Aufenthalt in den USA geweigert, den wichtigsten Belastungszeugen, einen ehemaligen Leibwächter Kutschmas, zu treffen. (APA/dpa)

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