Handels-KV: Metaller-Abschluss im Visier

7. November 2005, 14:23
posten

Gewerkschaft rechnet mit schwierigen Verhandlungen - Arbeitnehmer-Verhandler Wolf will nahe an Metallerabschluss - Mit Infografik

Wien - Mit äußerst schwierigen Verhandlungen rechnet die Gewerkschaft bei der bevorstehenden Tarifrunde für rund 350.000 Handelsangestellten und 100.000 Beschäftigten in verwandten Berufen. "Wir werden versuchen, so nahe wie möglich an den Abschluss der Metaller (von 3,1 Prozent) heranzukommen", so der Arbeitnehmer-Verhandler in der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), Manfred Wolf, Donnerstagabend vor Journalisten. Die Gewerkschaft hat ihr Forderungspaket bereits übergeben. Verhandelt wird am 20./21. Oktober, weitere Termine sind für den 10./11. und 17./18. November geplant.

Die Gewerkschaft fordert eine reale Erhöhung der Kollektivvertragsgehälter unter Beibehaltung der Überzahlungen. Dabei soll der Abstand zwischen Inflationsrate und Abschluss deutlich größer als im Vorjahr ausfallen. Damals hatte man sich auf eine Erhöhung von durchschnittlich 2,15 Prozent bei einer Inflationsrate von 2,1 Prozent geeinigt. Heuer sei von einer Inflation von 2,4 Prozent auszugehen. Die niedrigen Einkommen sollen deutlich stärker angehoben werden. In diesem Zusammenhang verwies Wolf auf die Tatsache, dass laut einer aktuellen Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) 52 Prozent der Beschäftigten im Einzelhandel im unteren Einkommensviertel liegen.

Gewerkschaft will Arbeitszeitverkürzung

Neben einer realen Gehaltserhöhung fordert die Gewerkschaft eine Arbeitszeitverkürzung. "Dabei orientieren wir uns an der Gewerkschaftsforderung nach einer Verkürzung auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich", so Wolf. Diese Forderung sei auf Grund der steigenden Teilzeitarbeit im Handel notwendig. Derzeit werde Arbeitszeit auf Kosten der Belegschaft über die Teilzeit betrieben. Grundsätzlich sei jeder Gehaltsabschluss ein Paket, wobei eine Arbeitszeitverkürzung in den Gesamtabschluss miteinbezogen werden müsse.

Die Verhandlungen werden heuer sicher sehr hart, so Wolf. Er gehe davon aus, dass man alle Termine nützen werde. Vor allem die Diskussionen um die Inflation werden schwierig, da die Unternehmer vom Einzelhandelspreisindex, der lediglich 0,6 Prozent ausgemacht hat, ausgehen wollen. "Ich fürchte, dass wir die Arbeitgeber bedrohen müssen, das Weihnachtsgeschäft zu stören, um zu bekommen, was wir wollen", so Wolf. Im Vorjahr hatten sich die Sozialpartner bereits in der zweiten Runde überraschend schnell geeinigt. Im Detail wurden die Mindestgehälter um 2 Prozent, mindestens aber um 25 Euro angehoben, was einer durchschnittliche Erhöhung von 2,1 Prozent bedeutet. Der neue Kollektivvertrag soll per 1. Jänner 2006 mit einer Laufzeit von 1 Jahr in Kraft treten. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.