Zeugnistag für Direktoren

22. März 2006, 16:08
16 Postings

Erste Absolventen der Leadership Academy - 240 Personen erhielten Zertifikate - Zweite Generation läuft bereits

Ramsau/Wien - "Zeugnistag" stand gestern, Donnerstag, in der Ramsau (Steiermark) auf dem Programm von 240 Direktoren und Führungskräften aus dem Schulbereich.

Zertifikat für Direktoren

Sie haben als erste die neue einjährige "Leadership Academy" abgeschlossen - auf dem Programm standen dabei vier dreitägige Präsenzphasen in der Großgruppe, Praxisaufgaben in Regionalprojekten sowie verpflichtendes Selbststudium. Lohn: Der Erwerb von Kompetenzen wie Zieldefinition, Teamführung und Mitarbeitermotivation sowie ein Zertifikat aus den Händen von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer.

"Sinn der Ausbildung ist es, dass die Direktorinnen und Direktoren Führungskompetenzen entwickeln, mit denen sie die Schulautonomie besser nützen können. Dazu müssen sie Lehrerinnen und Lehrer, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler begeistern können, neue Herausforderungen und innovative Entwicklungen anzunehmen und umzusetzen", so Gehrer in einer Aussendung. Teilgenommen haben Direktoren sowie Personen aus der Schulverwaltung aus ganz Österreich und sämtlichen Schultypen.

"Nicht Schulbank drücken"

Helma Safron, provisorische Schulleiterin einer HAK in Klagenfurt, sah die Ausbildung im Gespräch mit der APA positiv: "Das ist nicht Schulbank drücken, sondern was ganz anderes." Man werde nicht berieselt, sondern müsse Arbeitsaufgaben lösen. Die Aufgaben eines Schulleiters hätten sich in den vergangenen Jahren extrem verändert. Früher sei Schulleitung eine Management-Aufgabe gewesen. "Leadership" heiße aber auch sich zu trauen, Zukunftsperspektiven zu entwickeln. Für Barbara Moser, Direktorin einer AHS in Linz, war die "Academy" ein "lustvolles Lernen", das viel Energie gebracht habe. Sie habe sich dadurch ständig in Beziehung zum eigenen System stellen können.

Nikolaus Schermann, Direktor einer Hauptschule in Oberwart, wiederum gestand, dass er vorerst nicht gewusst habe, worauf er sich einlasse. Er ortete ein Interesse, dass der Schulleiter auch einen pädagogischen Auftrag habe und nicht nur reiner Verwalter sein sollte. Bei den Veranstaltungen habe er ein Netzwerk aufgebaut und auch gelernt, dass "man mit Problemen nicht allein dasteht".

Unternehmerisches Denken

Wilfried Schley, Leiter der "Leadership Academy" und Erziehungswissenschafter an der Universität Zürich, betonte die Wichtigkeit der Stärkung der Leitungsverantwortlichen an den Schulen. Die Schulen hätten heutzutage mehr Autonomie und seien stärker wie Unternehmen zu betrachten. Dies verlange auch unternehmerische Initiativen - die Direktoren seien aber im "Verwaltungs- und Administrationsmodus geschult". Verwaltung allein sei aber nicht genug: "Es braucht Gestaltung." Die Leitung müsse sich verantwortlich fühlen für die Qualität der Ergebnisse - dazu müssten Mitarbeiter, also die Lehrer, geführt werden, was bisher aber nicht gemacht worden sei. "Bisher war Ansicht der Mitarbeiter, dass die Leitungsebene dafür sorgt, dass sie bessere Arbeitsbedingungen haben."

Da es für diese Lernprozesse aber kein Hochschulstudium gebe, habe man auf "Learning by Doing" gesetzt und ein Netzwerk organisiert. Die zweite Generation der "Academy" mit 300 Teilnehmern läuft bereits, im November soll die dritte starten. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.