NÖ: Kein Shopping rund um die Uhr

7. November 2005, 14:23
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Niederösterreicher wollen nicht noch länger einkaufen

St. Pölten - Seit 2004 ist das Gesetz zur Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten in Niederösterreich wirksam. Von Montag bis Freitag können Geschäfte - zumindest theoretisch - von fünf bis 21 Uhr ihre Pforten öffnen. Am Samstag von fünf bis 18 Uhr.

Am Donnerstag zog Christa Kranzl, Landesrätin für Konsumentenschutz, Bilanz. Zwar habe Niederösterreich die längsten Ladenöffnungszeiten im ganzen Land, aber "shoppen rund um die Uhr wird von den Konsumenten nicht gewünscht". Dabei beruft sich die Landesrätin auf eine Umfrage aus dem Vorjahr: 51 Prozent der befragten Konsumenten lehnten längere Ladenöffnungszeiten strikt ab.

30 Prozent wollen länger shoppen

Lediglich 30 Prozent sprachen sich für eine Ausweitung der Öffnungszeiten aus. Daher müsse "den Stimmen in der Wirtschaft, die zusätzlich Sonntagöffnungszeiten fordern", aufgezeigt werden, dass das bestehende Gesetz völlig ausreiche. Selbst die Händler würden die Möglichkeiten der langen Öffnungszeiten nicht voll ausnutzen. Es rechne sich einfach nicht, sagte Kranzl.

Eine Meinung, die auch Karl Ungersbäck, Geschäftsführer der Sparte Handel bei der niederösterreichischen Wirtschaftskammer, teilt. Nur den Samstag würden die meisten Unternehmen voll ausschöpfen. Der weite Rahmen sei dazu gedacht, den einzelnen Geschäften die Möglichkeit zu geben, sich in einer Nische - zum Beispiel früh morgens - zu positionieren.

Von den langen Ladenöffnungszeiten sind in Niederösterreich vor allem Frauen betroffen, heißt es dazu aus der Arbeiterkammer. Sie stellen mehr als zwei Drittel aller Beschäftigten. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14.10.2005, APA)

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