Verheugen warnt vor Lohn- und Sozialdumping

7. November 2005, 14:29
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Der EU-Kommissar verlangt konsequentes Eingreifen gegen illegale Beschäftigung

Hannover - EU-Kommissar Günter Verheugen hat vor Lohn- und Sozialdumping gewarnt und konsequentes Eingreifen der Behörden gegen illegale Beschäftigung in den EU-Staaten angemahnt.

Es könne in Europa kein Interesse an einem Wettbewerb um Löhne und Sozialstandards nach unten geben, sagte Verheugen am Donnerstag auf dem Kongress der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) in Hannover. "Das Ergebnis könnte dann nur sein, dass alle ärmer werden." Es könne auch nicht im Interesse der neuen EU-Mitglieder sein, billige Arbeitskräfte zu exportieren, fügte Verheugen hinzu.

Keine Überschwemmung

Deutschland werde keinesfalls von Billiglöhnen überschwemmt, sagte Verheugen. Es gebe sehr wohl Verwerfungen auf dem Arbeitsmarkt, die aber von Scheinselbstständigkeit, Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung herrührten. "Wer in Deutschland arbeitet, arbeitet nach deutschen Standards, das ist bereits geltendes Recht", sagte Verheugen. Allerdings sei dieses Recht nicht optimal umgesetzt. Er rief die Behörden auf, gegen illegale Beschäftigung mit aller Schärfe vorzugehen. "Das muss kriminalisiert werden, und zwar durch und durch."

Es werde nicht möglich sein, bestimmte Industrien "auf Dauer unter eine Käseglocke zu stellen", sagte der Industriekommissar. Europa müsse sich dem weltweiten Wettbewerb stellen. "Wir können das, wenn wir Spitzenleistung bringen und die Möglichkeiten voll ausschöpfen." (APA/Reuters)

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    Es könne in Europa kein Interesse an einem Wettbewerb um Löhne und Sozialstandards nach unten geben, sagte EU-Kommissar Günter Verheugen.

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