Post verteilt auch in Ungarn Werbezettel

29. November 2005, 13:00
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Post baut ihr Auslandsgeschäft aus - Nach Paketzustellern in Slowenien, Kroatien und der Slowakei hat sie nun die ungarische Feibra übernommen

Budapest - Nach dem Paketgeschäft in Kroatien, Slowenien und der Slowakei nimmt die Österreichische Post Werbeprospekte in Ungarn ins Visier. Zugestellt werden in Budapest allerdings keine Packerln, sondern unadressierte Info-Mails, wie Werbeprospekte im Post-Jargon heißen.

Zu diesem Zweck hat der gelbe Riese Feibra Ungarn gekauft, wie ihre österreichische Schwester Marktführer unter den pannonischen Zettelverteilern. Nun haben die ungarischen Kartellbehörden grünes Licht für die Übernahme gegeben und die Postler können an die Intensivierung ihrer Geschäfte im östlichen Nachbarland gehen.

Vergrößerung und Verdichtung

Geplant ist eine Vergrößerung und Verdichtung des Verteilnetzes über den Großraum Budapest hinaus. Ob diese Expansion gemeinsam mit Partnern – Feibra Ungarn beschäftigt neben 40 Angestellten rund 200 freie Mitarbeiter – oder im Eigenaufbau durchgeführt wird, soll laut Post-Vorstand Walter Hitziger bis März fixiert werden. Gegen den Eigenaufbau spricht, dass er deutlich teurer kommt‑ und dass Feibra Ungarn ihre Werbesendungen bereits jetzt mit externen Partnern zu den Haustüren bringt.

Auslandsgeschäft als Zwergerl

Verglichen mit den 1,6 Milliarden Euro Umsatz der Österreichischen Post AG, ist das Auslandsgeschäft mit zwei Prozent des Umsatzes freilich ebenso ein Zwergerl wie Feibra Ungarn: 2004 wurden mit 412,7 Millionen Prospekten, Warenproben und Zeitungen rund fünf Millionen Euro umgesetzt. Die Umsatzrendite bezifferte Hitziger mit acht Prozent, was – mangels Abschreibungen – ein Betriebsergebnis (Ebit) von rund 400.000 Euro ergibt.

Große Wachstumsaussichten

So klein das lukrative Geschäft mit dem Werbematerial, so groß die Wachstumsaussichten: In Österreich bekommt ein Haushalt pro Jahr 800 Info-Mails zugestellt, in Ungarn sind es nur 250. Bis 2009 soll Feibra Ungarn ihren Umsatz auf zehn Millionen Euro verdoppeln.

Von ihrem Ziel, das Auslandsgeschäft bis 2008 durch Zukäufe auf 86 Millionen Euro Umsatz und acht Millionen Euro Gewinn auszubauen, ist die Post freilich auch nach dem Kauf von Feibra Ungarn weit entfernt. Bis Weihnachten könnte sich das ändern. Denn Post-General Anton Wais verhandelt gerade zwei Zukäufe von Paketdiensten in Tschechien und Bulgarien. (Luise Ungerboeck, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14.10.2005)

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  • Laut Post-Vorstand Walter Hitziger landen in jedem heimischen Briefkasten rund 800 Prospekte - in Ungarn sollte es in zehn bis 15 Jahren soweit sein. Derzeit sind es noch rund 250 Prospekte.
    foto: jodlbauer/post ag

    Laut Post-Vorstand Walter Hitziger landen in jedem heimischen Briefkasten rund 800 Prospekte - in Ungarn sollte es in zehn bis 15 Jahren soweit sein. Derzeit sind es noch rund 250 Prospekte.

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