Arbeitnehmer haben geringe Angst vor Jobverlust

7. November 2005, 14:29
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Österreichische Arbeitnehmer empfinden laut Studie ihren Job als relativ sicher und wollen, dass das so bleibt

Wien - Österreichische Arbeitnehmer empfinden ihren Job als relativ sicher und wollen, dass das so bleibt. Das ist das Fazit einer Umfrage des Personaldienstleisters Manpower, die am Donnerstag in Wien präsentiert wurde. Demnach sind für 58 Prozent der Befragten "Sicherheit und Stabilität" die wichtigsten Voraussetzungen für eine gute Arbeitsstelle, im europäischen Vergleich sind es hingegen 47 Prozent. Entsprechend gering ist hier zu Lande auch die Angst vor Jobverlust.

In Österreich befürchten 30 Prozent der Arbeitnehmer, in den nächsten 12 Monaten arbeitslos zu werden. "Das ist in absoluten Zahlen zwar sehr hoch, im Ländervergleich allerdings relativ gering. Österreich wird bei dieser Frage nur von Belgien mit 27 Prozent unterboten", erklärte dazu Andrea Lehky von Manpower. Am größten ist die Angst vor Jobverlust in Spanien mit 70 Prozent. In Italien sind es 54, in der Schweiz 52 und in Deutschland 45 Prozent.

Keine große Sorge über Auslagerung

Auch die Sorge, der Arbeitsplatz könnte in ein Billiglohnland ausgelagert werden, beschäftigt die Österreicher weniger als andere Nationen: diese Befürchtung hegen elf Prozent, wogegen es im Länderschnitt 17 Prozent sind. Befragt wurden 12.000 Menschen aus 15 Ländern, darunter neben europäischen Staaten auch Israel, Südafrika und die Türkei.

Vergleichsweise unbesorgt sind die Österreich auch bezüglich ihrer Pension. 42 Prozent glauben, "finanziell in der Lage zu sein, im durchschnittlichen Pensionsalter in Ruhestand zu gehen". In Italien sind es hingegen nur 17 und in Norwegen 18 Prozent. Am sichersten fühlen sich die Finnen mit 65 Prozent.

Karrieremöglichkeiten nicht oberste Priorität

Die Karrieremöglichkeiten sind in Österreich zwar nicht oberste Priorität (35 Prozent nennen diese als wichtig), dennoch empfindet fast ein Viertel (23 Prozent) der Arbeitnehmer Kinder als Karriere-Hindernis. Dieser Wert ist in Spanien (38 Prozent) und Italien (38 Prozent) am höchsten und mit je elf Prozent in Norwegen und Schweden am niedrigsten.

Die Manpower-Umfrage ortet auch ein starkes "Individualitätsbedürfnis" in der Alpenrepublik. 41 Prozent wünschen sich "individuelle Arbeitszeitregelungen" und 39 Prozent wollen in Entscheidungen eingebunden werden. Für 40 Prozent ist berufliche Weiterbildung von Bedeutung, sie sind laut Manpower jedoch nicht bereit, diese selbst zu finanzieren. Österreichische Arbeitnehmer erwarten, dass ihnen Fortbildung vom Staat oder vom Arbeitgeber bezahlt werde, betonte Lehky. (APA)

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