VKI testet Investment-Fonds

15. November 2005, 11:01
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Konsumentenschützer: Geben keine Anlageempfehlung - Rund 2.000 Fonds werden monatlich unter die Lupe genommen

Wien - Eien Entscheidungshilfe für Konsumenten bei der Auswahl von Investmentfonds bietet nun der Verein für Konsumenteninformation (VKI) an. Es handle sich dabei aber um keine Anlageempfehlung, betonten VKI-Geschäftsführer Martin Prohaska und VKI-Fondsexpertin Beate Sucher Dienstagabend vor Journalisten.

Für den durchschnittlichen Anleger seien Investmentfonds grundsätzlich geeignet, der VKI würde aber nicht empfehlen, sich auf differente Produkte einzulassen, so Prohaska. Hedgefonds beispielsweise empfehle man für Privatanleger nicht, sagte Sucher.

2.000 Fonds

Getestet werden vom VKI derzeit rund 2.000 Fonds, die länger als fünf Jahre am Markt sind. Für den heimischen Markt wurde ein Analyse-Verfahren der deutschen Stiftung Warentest adaptiert.

Bewertet wird nicht nur die Entwicklung des Fonds, sondern auch die Stabilität gemessen am Durchschnitt der Gruppe, der der Fonds zugeordnet wird. Die Wertentwicklung geht zu 75 Prozent, die Stabilität zu 25 Prozent in das Urteil ein.

Einsteiger

Der VKI wendet sich mit seiner Fonds-Info an Einsteiger und Investmentfonds-Besitzer. Einsteiger können beispielsweise nachschlagen, wie ein vom Anlageberater oder von der Bank empfohlener Fonds beurteilt wird. Fonds-Besitzer sollten zumindest einmal pro Jahr ihr Fonds-Depot checken, raten die Konsumentenschützer.

Maximal kann ein Fonds 100 Punkte erreichen. Auf Basis der Punktezahl werden die Fonds in vier Klassen eingeteilt. Über 60 Punkte wird der Fonds mit "stark überdurchschnittlich" klassifiziert, zwischen 55 und 59,9 Punkten mit "überdurchschnittlich" und zwischen 45 und 54,9 Punkten mit "durchschnittlich". Investmenfonds mit weniger als 45 Punkten fallen in die Kategorie "unterdurchschnittlich".

Relative Wertentwicklung

Die Wertentwicklung wird für jeden einzelnen Monat im Vergleich zur durchschnittlichen Wertentwicklung aller untersuchten Produkte in der jeweiligen Gruppe beurteilt.

Die relative Wertentwicklung sei wichtig, weil davon auszugehen sei, dass die absolute Performance in der Regel stärker von der allgemeinen Marktentwicklung beeinflusst werde als von der Leistung des Fondsmangers, so Sucher. Management-fees fließen ein, nicht jedoch der Ausgabeaufschlag, da dieser unterschiedlich hoch sein könne.

Jeder Fonds wird einer Chance-Risiko-Klasse zugeordnet, je nachdem wie groß die Verlustwahrscheinlichkeit innerhalb eines Jahres ist. Bei Fonds der Klasse 1 besteht mit hoher Wahrscheinlichkeit (99,5 Prozent) ein Verlustrisiko von höchstens 2,5 Prozent des investierten Betrages.

In der Klasse 10 ist ein Verlust von mehr als 60 Prozent möglich. Aktienfonds beispielsweise werden den Risikoklassen 6 bis 10 zugeordnet, wobei die "Aktienfonds Europa" als weniger risikant mit Klasse 7 und 8 eingestuft werden. Vor allem bei Mischfonds seien die Risikoklassen wichtig. Als offensiv gelten Risikoklassen über 6, als ausgewogen die Risikoklasse 6 und als defensiv Risikoklassen unter 6.

Jahres-Abo für 200 Euro

Der Fonds-Test des VKI wird derzeit noch ausschließlich per Post versendet. Die Einzelausgabe kostet 25 Euro plus 2,54 Euro Versandspesen. Das Fonds-Info im Abonnement (12 mal pro Jahr) gibt es um 200 Euro.

Vom Testmagazin "Konsument" werden seit einem Jahr alle in Österreich zugelassenen Fonds analysiert, die länger als fünf Jahre am Markt sind. Die Bilanz: Viele Fonds haben an Wert zugelegt, zahlreiche österreichische Aktienfonds liegen im "Konsument-Ranking" dennoch weit abgeschlagen auf den hinteren Plätzen.

Der Aufschwung der letzten Jahre konnte Anleger, die vor fünf Jahren eingestiegen sind, nicht in die Gewinnzone bringen, so der VKI. Nur zwei Fonds schneiden sowohl bei "Aktienfonds Europa als auch bei Aktienfonds Welt" überdurchschnittlich ab. Fast jeder zweite österreichische Fonds ist unterdurchschnittlich.

Rentenfonds top

Bei Misch- und Rentenfonds schneiden die österreichischen Fondsmanager besser ab. Bei Mischfonds seien österreichische Fonds auf den vorderen Plätzen vertreten und führen die Bewertungen sogar meist an. Auch bei den Rentenfonds dominieren die österreichischen Produkte das Spitzenfeld. Mehr als zwei Drittel der "stark überdurchschnittlich" bewerteten Fonds stammen von heimischen Kapitalanlagegesellschaften (KAG). (APA)

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