Chiquita zeigt die weiße Weste her

7. November 2005, 14:22
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Bananen-Konzern von NGOs zertifiziert

Wien - Der US-Konzern Chiquita ist heutzutage auf sein gutes Image bedacht. Derzeit ziehen Repräsentanten des Bananen-Reisen durch neun europäische Länder, darunter Österreich. Diese propagieren, dass ab sofort 100 Prozent der angebotenen Bananen von Plantagen stammten, die von der Rainforest Alliance zertifiziert worden sind.

Joke Aerts, Mitarbeiterin der Non-Governmental-Organisation bestätigte bei einem Gespräch, dass sämtliche eigenen Plantagen von Chiquita in Mittel-und Südamerika sowie 80 Prozent der Zulieferbetriebe ihre Kriterien erfüllten: Umweltschutz (nicht Bio, aber maßvoller Chemieeinsatz ist etwa eine Voraussetzung), anständige Behandlung und Entlohnung der Arbeiter sowie eine gesunde wirtschaftliche Basis. "Für ungelernte Arbeiter in Mittelamerika verdienen die Menschen bei Chiquita relativ gut", sagt Aerts.

"Vieles falsch gemacht"

Europa-Manager Stephan Weist gibt zu, dass in der Vergangenheit Chiquita "vieles falsch" gemacht habe, unter anderem habe man auch Kinderarbeit toleriert, auch mit den Plantagenarbeiter-Gewerkschaften habe man sich eher bekriegt. Doch Anfang der 90er Jahre habe durch den Druck von außen ein Umdenkprozess stattgefunden, man habe begonnen habe mit NGOs zu kooperieren.

Auch nach dem Schuldenregulierungsverfahren 2001 sei dieser weiter gegangen, insgesamt seien 20 Millionen Dollar in die Umstellung der Produktion zwecks Zertifizierung investiert worden. Warum jetzt die Charmeoffensive? "Wir waren vorher noch nicht so weit."

Auch die anderen großen Marken-Bananisten wie Dole oder Del Monte versuchen in jüngster Zeit, ihre soziale Verantwortung öffentlich heraus zu streichen. Weist: "Aber niemand ist so weit wie wir." (szem, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.10.2005)

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