Die Qual der Vorzugsstimmenwahl

13. Oktober 2005, 11:07
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Am 23. Oktober können bei zwei Kreuzerln vier Vorzugsstimmen vergeben werden

Wien - Eine Neuerung bei den kommenden Wiener Wahlen könnte bei Unvorbereiteten regelrechte Tragödien in der Wahlzelle zur Folge haben. Sofern sie Willens sind, auch Vorzugsstimmen abzugeben.

Denn erstmals können bei diesmal bei zwei Kreuzerln insgesamt vier Vorzugsstimmen abgegeben werden. Am einfachsten ist es bei der Bezirksvertretungswahl, wo eine Vorzugsstimme für einen Bezirkskandidaten abgegeben werden kann. Bei der Landtags- und Gemeinderatswahl aber gibt es insgesamt drei Möglichkeiten für Vorzugsstimmen. Eine für den Wahlkreis. Zwei weitere Vorzugsstimmen können wienweit vergeben werden. In Letzterer Rubrik zweimal denselben Namen anzugeben, ist sinnlos - er zählt nur einmal. Passt der Name nicht zur Parteiliste, wird das Kreuzerl gewertet, die Vorzugsstimme nicht.

Die entsprechenden Kandidatenlisten werden in den Wahllokalen aushängen. Für eventuelle Vorreihungen sind eher die wienweiten Vorzugsstimmen relevant - allerdings müssten (je nach Wahlbeteiligung) zirka 12.000 Vorzugsstimmen erreicht werden.

So viele hatten nicht einmal Vorzugsstimmen-Kaiser Michael Häupl erreicht - er kam auf 7626 Nennungen. Hinter Häupl war der Zweitstärkste aus der SPÖ-Stadtregierung der wenig später ausgewechselte Umweltstadtrat Fritz Svihalek (386). Der spätere Verkehrsstadtrat Rudolf Schicker hatte 23 Vorzugsstimmen ergattert, die spätere Umweltstadträtin Ulli Sima elf. Der Kandidat Omar Al-Rawi hingegen 2558.

Bei der FPÖ errang die damalige Spitzenkandidatin Helene Partik-Pablé 2789 Vorzugsstimmen - allerdings machte sie von denen keinen Gebrauch und blieb im Nationalrat. Hilmar Kabas gaben damals 291 den Vorzug, Heinz-Christian Strache 107.

Bei der ÖVP nützten die 1793 Vorzugsstimmen Bernhard Görg wenig - er wurde als VP-Chef abgelöst. Peter Marboe lag mit 576 Vorzugsstimmen deutlich hinter Heinz "Honda" Havelka mit 970.

Und bei den Grünen wurde Christoph Chorherr 1594-mal genannt, Maria Vassilakou bekam 638 Nennungen. (frei/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.10.2005)

  • Weiße Stimmzettel für die Gemeinderats-, gelbe für die Bezirkswahlen - und Platz für viele Vorzugsstimmen.
    collage: pass

    Weiße Stimmzettel für die Gemeinderats-, gelbe für die Bezirkswahlen - und Platz für viele Vorzugsstimmen.

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    Amtlicher Stimmzettel in Großformat

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