Speicher für Geschichten

25. Oktober 2005, 14:24
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Persönliche Eindrücke, Erfahrungen und Hoffnungen der Stadtbewohner werden beim Projekt „Speicher für Geschichten" gesammelt und öffentlich ausgestellt

Wiener Alltagsgeschichte als „Ausstellung in Progress“
Das Projekt „Speicher für Geschichten“ sammelt in der Wiener Vorstadt persönliche Erinnerungen, Hoffnungen und Wünsche der Stadtbewohner und macht sie mithilfe neuer Technologien zugänglich.

Das vom Wiener Unternehmen Microgiants gemeinsam mit dem Verein Stadtimpuls initiierte und von der Stadt Wien geförderte Oral-History-Projekt „Speicher für Geschichten“ will im Jubiläumsjahr 2005 der großen Geschichte (60 Jahre Zweite Republik, 50 Jahre Wiedererlangung der Souveränität, 10 Jahre EU-Beitritt) die kleinen Geschichten der Wienerinnen und Wiener entgegenhalten.

„Erinnerungswürfel“
Ab 6. September werden an drei Orten in den Wiener Außenbezirken – am Matteottiplatz im 16. Bezirk, am Franz-Jonas-Platz im 21. Bezirk und im Hugo-Breitner-Hof im 14. Bezirk – rund dreißig Quadratmeter große und fünf Meter hohe Würfel aufgestellt, die gleichsam als Sammel- und Speicherplatz für individuelle Erinnerungen aus 60 Jahren Zweiter Republik, aber auch für Hoffnungen und Wünsche an die Zukunft dienen. Dort wird der „Erinnerungswürfel“ als „Ausstellung in Progress“ vor Ort mit Geschichten gefüllt, bevor er von 20. Oktober bis 1. November 2005 vor dem Wienmuseum am Karlsplatz noch einmal zu sehen sein wird.

Alltagsgeschichte
Der „Speicher für Geschichten“ will den Alltag in Wien durch die Zeitläufte sichtbar machen und persönliche Eindrücke, Erfahrungen und Hoffnungen der Stadtbewohner dokumentieren und so auch Einblick in die vielfältigen Lebensweisen der Stadtbewohner geben, die in der „offiziellen“, großen Geschichte der Zweiten Republik nur allzu oft aus dem Blickfeld geraten.

Jeder kann mitmachen
Die Teilnahme am Projekt steht allen Interessierten offen. Die WienerInnen können über den „Speicher für Geschichten“ ihre Lebenserinnerungen, Hoffnungen und Wünsche für die Nachwelt festhalten und so Teil der Geschichte werden. Ihre persönlichen Erinnerungen werden als Audio-Aufzeichnungen gespeichert und mit Fotos und biografischen Notizen ergänzt.

Schlüssel zur Erinnerung
Wer seine Erinnerungen in den „Speicher für Geschichten“ einbringen will, sollte einen alten Schlüssel mitnehmen. Denn stellvertretend für die individuelle Lebensgeschichte werden im „Erinnerungsspeicher“ die Schlüssel der Teilnehmer ausgestellt. Sie sollen dabei helfen, das „Schatzkästchen“ der persönlichen Erinnerung zu öffnen.

Neue Technologien
Der Schlüssel bietet aber auch Zugang zu neuen Möglichkeiten. Die Alltagsgeschichten und Anekdoten der Teilnehmer werden mithilfe neuer Technologien gespeichert und abrufbar gemacht. Die Schlüssel werden mit Etiketten versehen, die einen RFID-Chip enthalten. Mittels Funktechnologie können die im „virtuellen Zeitspeicher“ gelagerten individuellen Erinnerungen über Taschencomputer angehört und eingesehen werden. RFID, oder Radio Frequency Identification, ist eine Technologie, mit deren Hilfe Informationen drahtlos gelesen und gespeichert werden können. Die zum Empfang der Daten notwendigen Lesegeräte werden vom Projektteam bereitgestellt. Die technische Umsetzung wird von Ideal communications unterstützt und entwickelt.

Design Approach

Projekte wie der „Speicher für Geschichten“ entspringen der künstlerischen Forschungsarbeit des Teams rund um MICROGIANTS. Der „Speicher für Geschichten“ reflektiert die aktuelle Auseinandersetzung zwischen Kunst und Kultur, Low und High Tech und zwischen elitärem Kunstgenuss und demokratischem Konsum. Die Designer von MICROGIANTS verstehen sich nicht als Künstlergruppe, sondern als Kulturschaffende, die demokratische Produktgestaltung verfolgen.

„Es geht nicht um die Philippe Starcks dieser Welt, sondern um Design für alle.“ Diese Philosophie ist in allen Produkten der Industriedesigner von MICROGIANTS erkennbar. Sei es eine Bar, in der es kein „Vor“ oder „Hinter der Bar“ mehr gibt, oder die Instant Call Card, das einfachste Handy der Welt, das für jeden sofort zugänglich ist. Demokratisch und nicht elitär bedeutet auch, aus geringsten Mitteln und magerem Budget userfreundliche Anwendungen und gutes Design zu entwickeln.

Orte und Termine
8. bis 13. September 2005, 1160 Wien, Matteottiplatz
15. bis 20. September 2005, 1210 Wien, Franz-Jonas-Platz
22. bis 27. September 2005, 1140 Wien, Hugo-Breitner-Hof
Endpräsentation/
Eröffnung 20. Oktober 2005 17 Uhr
20. bis 30.0ktober 2005, 1040 Wien, Karlsplatz

Rückfragenhinweis:
Projektkoordinator: Franz Piffl
MICROGIANTS INDUSTRIAL DESIGN GMBH

Westbahnstraße 9/33b, 1070 Wien
Tel: Franz Piffl 0650 922 64 46
Netz: www.microgiants.com/speicher

Biografien als PDF zum Downloaden

Link zum Projekt
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