Alitalia-Chef will Airline retten

3. November 2005, 20:08
posten

Chef der krisengeschüttelten Fluggesellschaft richtet dramatischen Appell an Belegschaft und Gewerkschaft - Cimoli plädiert für Abkommen über neuen Sanierungsplan

Rom- Der Chef der krisengeschüttelten Fluggesellschaft Alitalia, Giancarlo Cimoli, hat einen dramatischen Appell an die Belegschaft gerichtet. Er drängte die Arbeitnehmerorganisationen zur Zusammenarbeit bei der Verfassung eines neuen Sanierungsplans, um die Pleite des Konzerns abzuwenden. Non-Stop-Verhandlungen zwischen Management und Gewerkschaften sind seit dem heutigen Mittwoch im Gange, um das noch staatliche Unternehmen vor der Insolvenz zu retten.

550 Millionen Euro

Cimoli muss im Rahmen des Rettungsplans über 550 Mio. Euro eintreiben. 360 Mio. davon dienen zur Eindämmung des Lochs, das in den Unternehmenskassen wegen der zusätzlichen Treibstoffkosten aufgerissen wurde. Der Alitalia-Chef forderte die Gewerkschaften zu Opfern auf. Die Gefahr eines Zusammenbruchs der Fluggesellschaft sei konkret. Er schlug dem Personal vor, drei Jahre lang auf das 14. Monatsgehalt zu verzichten. Dies würde dem Unternehmen Einsparungen in Höhe von 32 Mio. Euro ermöglichen. Die Summe solle der Belegschaft nach Abwendung der Krise zurückgezahlt werden, hieß es nach Angaben italienischer Medien.

Die Gewerkschaften wehren sich gegen weitere Personalkürzungen. Sie wollen Cimoli eine Reihe von Maßnahmen zur Kosteneindämmung und zum Optimierung der Arbeitszeiten und zur besseren Verwertung des Personals vorschlagen.

Sanierungsplan diese Woche

Präsident Cimoli wird voraussichtlich noch diese Woche den neuen Sanierungsplan zur Rettung der krisengeschüttelten Airline vorlegen. Indiskretionen zufolge könnte der Plan die Kürzung von zusätzlichen 1.500 Jobs enthalten. Mit den Personalkürzungen sollen die zusätzlichen Treibstoffkosten eingedämmt werden, die bis Jahresende 550 Mio. Euro betragen werden. Bereits im vergangenen Jahr hatte Alitalia die Streichung von 3.700 Arbeitsplätzen angekündigt.

Die angeschlagene Fluggesellschaft hat in den Kassen liquide Mittel für nur noch 100 Tage, danach droht die Pleite. Daher überlegt Cimoli, ein Hypothekendarlehen auf die Flotte der Airline aufzunehmen. "Dadurch könnten wir 480 Mio. Euro eintreiben", teilte Cimoli den Gewerkschaften mit. Die Summe wäre ein Segen für Alitalia, da die Airline bis Ende des Jahres den Überbrückungskredit im Wert von 400 Mio. Euro zurückzahlen muss, den sie im vergangenen Jahr zur Abwendung der Pleite erhalten hatte. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die Gefahr eines Zusammenbruchs der Fluggesellschaft ist laut Alitalia-Chef Giancarlo Cimoli konkret - erfordert zu Opfern auf.

Share if you care.