Kameruns Wome: "Keiner wollte schießen"

11. November 2005, 11:13
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Nach vergebenem Elfer: Superstar Eto'o anderer Meinung

Mailand - Nach einem vergebenen Elfmeter in der Nachspielzeit des entscheidenden WM-Qualifikationsspiels am Samstag gegen Ägypten hat der Kameruner Fußball-Nationalspieler Pierre Wome um sein Leben gefürchtet. "Es hätte sehr schlimm ausgehen können. Sie wollten mich töten und hätten mich töten können", sagte der Verteidiger bei der Rückkehr ins Trainingscamp seines Klubs Inter Mailand. Aufgebrachte Fans hatten zuvor in seiner Heimat Autos und das Haus seiner Familie, die nun unter Polizeischutz steht, attackiert.

Wome hatte beim Stand von 1:1 in der Schlussphase des Spiels gegen Ägypten einen Penalty an die Stange geschossen, nur mit einem Sieg hätte sich Kamerun für die WM-Endrunde in Deutschland qualifiziert. "Niemand wollte den Elfmeter schießen, weder Samuel Eto'o noch unser Kapitän Rigobert Song, denn sie wussten, was auf dem Spiel steht, und was sie zu verlieren haben. Ich habe als einziger die Courage gehabt, anzutreten", sagte Wome.

Der Inter-Abwehrspieler widersprach damit der Auslegung von Barcelona-Superstar Eto'o, der am Montag in spanischen Zeitungen gesagt hatte, er selbst hätte den entscheidenden Strafstoß verwerten wollen. "Ich wollte schießen, aber Wome ist zu mir gekommen und hat mir gesagt, dass er sich sehr gut fühlt und selbstsicher ist", wurde der Torschützenkönig der vergangenen Saison in der spanischen Primera Division von der Sportzeitung Marca zitiert. (APA/AFP/Reuters)

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