Arbeitsgruppe zu Uni-Zugang nimmt Form an

8. November 2005, 10:13
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Gehrer traf französischen Bildungs- und Forschungsminister Goulard in Luxemburg - Ab Ende Oktober soll an Lösungen gearbeitet werden

Luxemburg - Die Arbeitsgruppe von EU-Kommission und betroffenen Staaten zum Universitäts-Zugang nimmt Form an. Bildungsministerin Elisabeth Gehrer traf am Rande des Wettbewerbs- und Forschungsrates mit ihrem Ressortkollegen aus Frankreich, Forschungsminister Francois Goulard zusammen, der seine Teilnahme an der Arbeitsgruppe zusagte. "Ende Oktober, Anfang November" soll sie erstmals tagen, hieß es am Dienstag in Luxemburg.

Deutschland, Frankreich, Belgien

Gehrer hatte sich Anfang September bei einem Treffen mit EU-Bildungskommissar auf die Einrichtung einer Arbeitsgruppe aus Vertretern der EU-Kommission und der von der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zum Universitätszugang betroffenen Staaten verständigt. Bisher hatte bereits Deutschland zugesagt. Auch Frankreich sei an einer "nicht diskriminierenden, europarechtskonformen Lösung des Unizugangs" interessiert, betonte Gehrer-Sprecher Thomas Schmid. Am Rande des Ministertreffens werde Gehrer auch neuerlich Kontakt mit der belgischen Hochschulministerin Marie-Dominique Simonet haben; offiziell ist Belgien bereits eingeladen worden, ebenfalls an einer Lösung für den Zugang zu Hochschulen mitzuarbeiten.

Lösungsvorschläge

Der EuGH hatte Anfang Juli die österreichische Regelung aufgehoben, wonach nur jene Personen an österreichischen Unis studieren dürfen, die in ihrem Heimatland einen Studienplatz in dem betreffenden Fach nachweisen können. Seither drängen tausende deutsche Studenten vor allem in Medizin - wo es in Deutschland einen Numerus Clausus gibt - an die heimischen Unis. Belgien hat seit einem EuGH-Urteil zu den dortigen Zugangsbeschränkungen an den französischsprachigen Universitäten ein ähnliches Problem mit Studenten aus Frankreich. In der Studienrichtung Veterinärmedizin gingen von 250 Studienplätze nur noch rund 35 an Belgier. Die Arbeitsgruppe soll nun Lösungsvorschläge erarbeiten. (APA)

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    EU Bildungs - und Kulturkommissar Jan Figel und Bildungsministerin Elisabeth Gehrer trafen sich Anfang September 2005 in Wien, um Gespräche rund um das Thema "Uni-Zugang" zu führen.

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