Proteste nach Mord an peruanischem Studenten

6. November 2005, 14:27
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Enrique Angeles Hurtado wurde mit Metallknüppeln erschlagen - rassistische Gewalt nimmt zu

Moskau - Nach der Tötung eines peruanischen Studenten haben am Dienstag mindestens 150 Studenten in der südrussischen Stadt Woronesch gegen die örtlichen Behörden protestiert. Nach Angaben der russischen Menschenrechtsaktivistin Irina Axjonowa zogen die Demonstranten mit den Rufen "Lasst uns leben!" durch das Stadtzentrum von Woronesch zu dem Institut, wo der getötete Enrique Angeles Hurtado studiert hatte.

Der 18-Jährige war nach russischen Zeitungsberichten am Sonntagabend von bis zu 20 mit Metallknüppeln bewaffneten jungen Leuten tot geschlagen worden. Die Angreifer verletzten außerdem zwei weitere Studenten aus Peru und Spanien. In Woronesch mit rund 900.000 Einwohnern studieren nach Angaben der Stadtverwaltung rund 1200 Ausländer.

Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion haben in Russland rassistische Übergriffe stark zugenommen. Sie richteten sich insbesondere gegen dunkelhäutige Einwanderer aus den ehemaligen Sowjetrepubliken und Südrussland so wie gegen Studenten aus anderen asiatischen Ländern und Afrika.

Im vergangenen Monat hatte sich Russlands Präsident Wladimir Putin für die Angriffe gegen ausländische Studenten entschuldigt und versprochen, dass die "faschistischen Gruppen" hinter diesen Angriffen "von der politischen Landkarte des Landes verschwinden werden". (APA)

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