Telekom-Regulator erlässt Richtlinien für Internet-Telefonie

31. Oktober 2005, 11:17
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Notrufnummern-Regelung besonders heikel - Lokalisierung des Opfers schwierig

Wien - Die österreichische Telekom-Regulierungsbehörde RTR hat Richtlinien für die Anbieter von Telefonie über das Internet (Voice over Internet Protocol, VoIP) erlassen. Demnach müssen jene Unternehmen, die ein Angebot vergleichbar mit "klassischen" Telefonanbietern ("Klasse A") offerieren, auch Notrufdienste anbieten. Allerdings muss das Problem der Lokalisierung eines Opfers noch geklärt werden.

Wird ein Notruf über ein klassisches Festnetztelefon abgesetzt, kann auf Grund der Vorwahl und der ersten Ziffern der Standort des Anrufers in etwa lokalisiert werden. Dies erfolgt über eine Datenbankabfrage. Komplizierter ist es bei einem Handy-Notruf. Kann der Anrufer nicht sagen, wo er sich befindet, muss die Notrufzentrale Kontakt mit dem Mobilfunkbetreiber aufnehmen, der dann über die angefunkten Handymasten das Opfer lokalisiert. Bei VoIP hingegen können die Daten über den Standort des Nutzers nicht mit dem tatsächlichen Ort übereinstimmen.

Wie viele Gesprächsminuten derzeit über das Internet abgewickelt werden, lasse sich laut RTR-Chef Georg Serentschy nicht sagen. Wer Internet-Telefonie "Klasse A" in Österreich anbieten will, muss diesen Dienst anmelden, sicherstellen dass die Qualität des Netzes nicht beeinträchtigt wird und Notruf anbieten.

Nicht geregelt

Nicht geregelt wurden "Aspekte der Wettbewerbsregulierung auf Basis der Methodologie von Marktdefinitionen und Marktanalysen, die zu Auflagen für Anbieter mit beträchtlicher Marktmacht führen können", so Serentschy Dienstagabend vor Journalisten. Noch offen ist etwa auch das komplexe Thema "Zusammenschaltungsgebühren" - sprich wie viel muss der Telefonanbieter einem Mitbewerber zahlen, wenn er einen Teil dessen Infrastruktur verwendet. Änderungen beim Rufnummernplan, also neue Telefonnummern, sind derzeit "unmittelbar nicht geplant", hieß es.

Ein Problem sei, dass die Regulierungsbehörde bei Anbietern im Ausland - wie etwa dem bekanntesten Betreiber "Skype" - geringe bis keine Sanktionierungsmöglichkeiten hätten. Dieser falle unter die "Klasse B"-Anbieter, die - vereinfacht ausgedrückt - lediglich als Gesprächsvermittler auftreten. (APA)

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    foto: avaya-tenovis
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