Neues Strahlentherapiegerät kommt erstmals in Salzburg zum Einsatz

11. Oktober 2005, 14:02
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Hochpräzisions-Linearbeschleuniger kann Tumore besser erkennen - Wartezeiten werden deutlich verkürzt

Salzburg - Mit dem Einsatz eines neuen Linearbeschleunigers gelang der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) in den Salzburger Landeskliniken (SALK) eine enorme Verbesserung in der Radiotherapie von Krebskranken. Das 1,2 Mio. Euro teure Gerät, das am 10. Oktober als erstes dieser Bauart in Österreich erstmals zwölf Stunden lang in den Vollbetrieb ging, kann Tumore besser räumlich erkennen. Die Wartezeiten für eine Therapie wurde bereits um ein Monat verkürzt, betonte Felix Sedlmayer, Vorstand der Radiotherapie und Radioonkologie der PMU am Dienstag bei einem Pressegespräch.

Bis Sommerbeginn dieses Jahres mussten Patienten eine drei Monate lange Wartezeit in Kauf nehmen. Wenn das älteste von insgesamt vier Linearbeschleunigungsgeräten von einem weiteren "Elektra Synergy Linearbeschleuniger" im Frühjahr 2006 ersetzt wird, dann solle es keine nennenswerten Wartezeiten mehr geben, erklärten Sedlmayer und SALK-Geschäftsführer Max Laimböck. "Wir können jetzt täglich 30 Patienten mehr behandeln."

Patientenschonende Methode

Das neuartige Hochpräzisions-Verfahren "Image Guided Radiotherapy" (IGRT) mit integrierter Computertomografie ermöglicht die Eingrenzung des Bestrahlungsfeldes, indem es "wandernde" Zielgebiete erfasst und ihnen aktiv folgt. Diese Therapie gilt derzeit als die patientenschonendste Methode, die im klinischen Einsatz möglich ist. "Die Strahlenbehandlung ist viel genauer, die Strahlendosis geringer, die Nebenwirkungen sind nicht so stark und die Heilungschancen besser", brachte Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (S) die Vorteile auf einen Punkt.

Jährlich würden rund 2.000 Salzburger neu an Krebs erkranken. "Die Kurve steigt bei fast allen Tumoren seit vielen Jahren flach an. 60 Prozent aller Tumore benötigen mindestens ein Mal eine Strahlentherapie", so Sedlmayer. Das neue Gerät eigne sich vor allem für Tumore, die an Risikoorganen angrenzen. Die ausgereifte Technik bringe große Vorteile für Patienten, die beispielsweise an Prostatakrebs, an Karzinomen in der Lunge oder im HNO-Bereich leiden.

Die Software des Verfahrens wird in den kommenden zwei Jahren in einer interdisziplinären und wissenschaftlichen Kooperation der Medizinischen Universität mit der Herstellerfirma Elektra weiterentwickelt. In den Umbau der Radioonkologischen Ambulanz wurde 1,4 Mio. Euro investiert, der zweite neue Linearbeschleuniger kostet 700.000 Euro. Die Gesamtinvestitionskosten betragen insgesamt 3,3 Mio. Euro. (APA)

  • Mit dem neuen Linear-Beschleuniger können Krebs-Patienten an der Salzburger Landesklinik nun schonender und präziser behandelt werden.
    foto: www.salk.at

    Mit dem neuen Linear-Beschleuniger können Krebs-Patienten an der Salzburger Landesklinik nun schonender und präziser behandelt werden.

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