Der bewegte Beipackzettel

19. Oktober 2005, 10:26
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Siemens entwickelt hauchdünne Farbdisplays für Verpackungen

Farbdisplays könnten künftig praktisch überall Informationen anzeigen - etwa das Haltbarkeitsdatum auf Lebensmittelkartons, Einnahmehinweise auf Medikamentenschachteln in mehreren Sprachen oder den Weg zu einem Messeaussteller auf Eintrittskarten. Auf Verpackungskartons angebracht, findet sich darauf die Anleitung, wie das darin befindliche Gerät Schritt für Schritt zusammengebaut werden muss. Derartige hauchdünne Displays, die sich auf Papier oder Folie aufdrucken lassen, könnten bereits 2007 auf den Markt kommen.

Elektrochrome Substanzen

Entwickelt werden derartige Minibildschirm derzeit von Forschern des Siemens-Bereichs Corporate Technology und Automation. Die biegsamen Kleindisplays arbeiten mit elektrochromen Substanzen, also Materialien, die ihre Farbe ändern können, wenn eine elektrische Spannung Ladungen in ihren Molekülen verschiebt.

Bestandteile

Das Display besteht aus einem mit elektrochromem Material beschichteten Träger, der dünne Elektrodenstrukturen aufweist. Eine leitfähige Kunststofffolie dient als Gegenelektrode und Sichtfenster. Zur Ansteuerung verwenden die Techniker momentan noch Schaltelemente aus Silizium. Ziel ist es, das gesamte Display mit der entsprechenden Ansteuerelektronik in einem Druckprozess aus leitenden und halbleitenden Kunststoffen zu fertigen.

Druckbare Batterien

Die Energie könnten die Displays durch bereits verfügbare druckbare Batterien erhalten. Weil diese nur wenige Monate funktionieren, ist die Lösung nur für Waren mit hohem Durchsatz oder einer begrenzten Nutzungszeit praktikabel. Laut Siemens lassen sich die Verpackungen mit den digitalen Farblabels umweltfreundlich entsorgen. (red/DER STANDARD, Printausgabe vom 11.10.2005)

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    foto: siemens
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