Investkredit: Mehr Zuckerln von der Mutter

15. November 2005, 19:55
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Die ÖVAG, die um 840 Millionen Euro die Investkredit gekauft hat, übergibt ihrer Tochter drei ;illiarden Euro an Geschäftsvolumen

Wien - Die Investkredit AG, die im Sommer von der Österreichischen Volksbanken AG (ÖVAG) geschluckt wurde, begibt sich auf Bürosuche. Rund 70 bis 80 bisherige ÖVAG-Mitarbeiter aus dem Bereich Konsortialgeschäft sollen nämlich demnächst in die - in der Wiener City domizilierte Investkredit - übersiedeln.

Die Umstrukturierung, die ÖVAG-Generaldirektor Franz Pinkl austüftelt, macht das nötig - und es werden mehr Geschäftsbereiche von der Volksbanken AG in die Investkredit verlagert als geplant. Ursprünglich hatten die Volksbanker nur vorgehabt, ihr gesamtes Kommerzgeschäft in die auf Unternehmensfinanzierungen spezialisierte Investkredit einzubringen.

Tatsächlich kommt jetzt auch das gesamte Konsortialgeschäft der Volksbanken dazu, was immerhin einem Volumen von einer Mrd. Euro entspricht. Zusammen mit dem ÖVAG-Kommerzkundengeschäft (rund 1,8 Mrd. Euro im Jahr) ergibt sich so ein Geschäftszuwachs von fast drei Mrd. Euro.

Die Erklärung dafür, simpel ausgedrückt: Die mit der Kreditvergabe verbundenen Arbeitsprozesse sollen vereinheitlicht werden und aus einem Haus kommen. Klar ist unterdessen auch, welchen Bereich die Investkredit an die neue Mutter ÖVAG abtreten wird - nämlich die internationalen Kapitalmarktgeschäfte mit einem Volumen von 1,5 Mrd. Euro.

Änderungen im ÖVAG-Vorstand

Auch der ÖVAG-Vorstand soll verändert werden, Investkredit-Chef Wilfried Stadler wird in das Gremium einziehen. Dies soll als "optisches Signal" gewertet werden, operativer Boss bleibe Pinkl. Die ÖVAG selbst bleibt Spitzeninstitut und wird als Holding für die Kommerzkundenbank, die Beteiligung an den Volksbanken International und regionalen Retailbanken agieren und für Treasury und Kapitalmarktveranlagung der Gruppe zuständig sein.

Ein neues Gewand wird sie möglicherweise trotzdem bekommen: Der Kurzname ÖVAG soll gegen einen neuen und international herzeigbareren Namen getauscht werden. (Renate Graber, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11.10.2005)

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