Golfplatz in Rankweil: Bürgermeister mag die alten Römer

13. Oktober 2005, 15:21
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Archäologische Funde auf Golfplatzbaustelle - Erbost über Vorwürfe - "Ich wusste bis vor einer Woche davon"

Rankweil – Der Rankweiler Bürgermeister Hans Kohler (VP) ist erbost über die Vorwürfe des "BürgerInnenkomitee Weitried". Die Golfplatzgegner behaupten, der Bürgermeister habe die Gemeindevertretung nicht über archäologische Funde auf der Golfplatzbaustelle informiert, um eine weitere Umwidmung durchzubringen. Kohler: "Das ist eine Ungeheuerlichkeit. Ich wusste bis vor einer Woche nichts von den Funden."

Der Fund auf dem Golfplatz ist nicht der erste. Seit 2002 wird ganz in der Nähe eine Römervilla ausgegraben. "Ich bin ja ein absoluter Befürworter der Ausgrabungen", betont Kohler. Die Gemeinde lasse sich ihre Geschichte einiges kosten, zwischen 70.000 und 80.000 Euro wurden bisher investiert. "Wir haben sogar das Grundstück angekauft, um die Römervilla zu erhalten."

Natürlich müssten auch die neuen Funde gesichert werden. "Die römischen Mauern wären für den Golfplatz eine zusätzliche Attraktion". Freilich könne die Gemeinde die Grabungen nicht alleine finanzieren. Kohler: "Hier geht es um überörtliche Interessen, diese sollen auch überörtlich finanziert werden." Die Gemeinde erwarte sich auch Beiträge der Golfplatzbetreiber.

Beim jüngsten archäologischen Fund handelt es sich um Mauer- und Hypokaustenreste eines Gebäudes aus dem 2. oder 3. Jahrhundert. Es könnte zur ausgegrabenen Villa gehören – und beide Häuser zur landwirtschaftlichen Infrastruktur einer nahe gelegenen Siedlung im heutigen Feldkirch. Diese wiederum könnte Teil der Verteidigungslinie gegen die anrückenden Alemannen gewesen sein, vermuten Archäologen. (jub, DER STANDARD - Printausgabe, 12. Oktober 2005)

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