Porträt: Robert J. Aumann

9. Oktober 2006, 09:15
posten

Frisch gekürter Wirtschafts-Nobelpreisträger floh 1938 vor den Nationalsozialisten aus Deutschland

Jerusalem - Der in Frankfurt geborene Israeli Robert J. Aumann (75) ist ein Mann mit vielen Facetten. Der Mathematiker ist einer der Entwickler der Spieltheorie, die das Verhalten rationaler Spieler analysiert, gleichzeitig aber ein zutiefst gläubiger Mensch.

Mit seiner Familie floh Aumann 1938 im Alter von acht Jahren vor den Nationalsozialisten aus Deutschland, zunächst nach New York. "Wir haben Deutschland gerade noch vor der Reichspogromnacht verlassen", erzählte er am Montag.

Studium der Mathematik

In New York studierte Aumann Mathematik, 1955 beendete er sein Doktorat über die Grundlagen der Knotentheorie. Im Jahr darauf wanderte er nach Israel aus, wo er seitdem am Mathematischen Institut der Hebräischen Universität unterrichtet.

Aumann hat mehrere Bücher veröffentlicht und ist Ehrenprofessor zahlreicher Universitäten, darunter auch in Bonn. Im Bereich der Wirtschaft, in den ihn die Beschäftigung mit der Spieltheorie führte, hat Aumann mehrere ökonomische Modelle entwickelt.

Skifahren, Bergsteigen und Kochen

Neben seinen intellektuellen Beschäftigungen ist der Professor auch weltlichen Vergnügungen nicht abgeneigt: Er liebe Skifahren, Bergsteigen und Kochen nicht weniger als die Lösung eines schwierigen mathematischen Problems, verriet der frischgebackene Nobelpreisträger zuletzt bei einer Gesprächsreihe mit einem Kollegen von der Hebräischen Universität. (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.