Kneissl will mit "Edel-Ski" zurück zu den Sternen

21. Oktober 2005, 13:11
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Tiroler Skihersteller startet mit neuer Produktionshalle durch und will mit neuen Skimodellen "Glide Technik" forcieren

Wien - Mit einer neuen Eigentümerstruktur und Innovationen im Ski- und Tennisbereich will sich der Tiroler Skihersteller Kneissl neu positionieren und ab 2006 wieder schwarze Zahlen schreiben. Im Frühjahr 2007 soll eine neue Ski-Manufaktur in Kufstein in Betrieb gehen, wo "Edel-Skier" erzeugt werden. Für die Massenproduktion von Skiern in Österreich sehen die beiden Kneissl-Eigentümer Fritz Unterberger und Friedrich Obholzer keine rosige Zukunft, hieß es am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien.

Schwerpunkt Technologie

"Wir haben uns auf die Stärke von Kneissl besonnen und setzen wieder voll auf Technologie", betonte Unterberger. Nachdem der Tiroler Skihersteller nach eigenen Angaben vor zehn Jahren das Carving erfunden habe, sei es nun Zeit für eine "Revolution". Kneissl setzt dabei auf eine neue Skitechnik, für die eigens ein neuer Ski entwickelt wurde, der die so genannte "Glide Technik" forcieren soll.

Der neue Ski zeichne sich nicht nur durch bessere Laufstabilität aus, sondern habe auch einen besseren Kantengriff und liege stabiler in der Kurve, hieß es. Dazu seien im vorderen Bereich des Skis zwei Module eingearbeitet worden, die dem Ski zwei zusätzlich Kanten geben. Zum Einsatz soll diese Technologie auch im Nordischen Bereich kommen, wo man auch die neue Zielgruppe der Snow Walker ansprechen möchte.

Weitere alpine Neuheit ist eine limitierte, kristalllackierte Auflage von 2.000 Paar Ski, die in Kooperation mit Swarovski entwickelt wurde.

Schwarze Zahlen ab 2006

Mit diesen Innovationen will Kneissl ab 2006 wieder in die schwarzen Zahlen fahren. Der Skiabsatz soll von derzeit 40.000 bis 2007/08 auf 100.000 Paar mehr als verdoppelt werden. Auch Tennis-Rackets sollen bis dahin wieder 100.000 abgesetzt werden. Neben den "alpinen" Märkten Österreich und Deutschland sieht Unterberger vor allem Potenzial in den USA, Japan, Russland und China.

Während heuer bei einem Umsatz von 7,2 Mio. Euro noch ein Verlust von 800.000 Euro budgetiert ist, sollen nächstes Jahr knapp 12 und 2007 dann 15,7 Mio. Euro (davon 14,3 Mio. Euro mit Skiern und 1,4 Mio. Euro mit Rackets) umgesetzt werden.

Turnaround für nächtes Jahr geplant

Der Turnaround des Sportartikelherstellers ist schon für nächstes Jahr mit einem positiven Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) von 1,1 Mio. Euro vorgesehen, 2007 will Kneissl 1,9 Mio. Euro als Ergebnis einfahren. Das Eigenkapital stocken die neuen Eigner von derzeit 3 auf 4 Mio. Euro auf. In die Produktentwicklung wurden bisher 1,4 Mio. Euro investiert.

Weitere 4 Mio. Euro fließen in eine neue Produktionshalle in Kufstein, die eine "gläserne Ski-Erlebniswelt" inklusive einem "Kneissl-Museum" werden soll. Der Kunde könne sehen, wie sein Ski erzeugt werde. Die Produktion sei vorerst auf 24.000 Paar Ski ausgelegt, im Mehrschicht-Betrieb könne aber die doppelte Produktionsmenge erzeugt werden, so Unterberger. Der Rest der Ski-Produktion werde wie schon jetzt ausgelagert, die Suche nach Partnern laufe.

Keine Massenware aus Österreich

Größendimensionen in der Skiproduktion strebt man bei Kneissl nicht an. "In fünf Jahren wird es in Österreich keine Skifirma geben, die Massenware produziert", so Unterberger. "Wir wollen uns auch nicht mit Atomic, Head oder Fischer vergleichen. Wir wollen als Nischenanbieter mit Edel-Skiern mit Innovationen punkten", betonten die Kneissl-Chefs.

Die Eigentümerstruktur von Kneissl wird sich mit Jahresende ebenfalls ändern: Der Tiroler Speck-Produzent Karl Handl und der Unternehmer Anton Pletzer steigen Ende 2005 aus dem Unternehmen aus. Der Autohändler Fritz Unterberger wird künftig 70 Prozent, der Wirtschaftstreuhänder Friedrich Obholzer 30 Prozent an der Kneissl Holding halten. (APA)

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Kneissl
  • Bessere Laufstabilität, besseren Kantengriff und stabilere Kurvenlage, das sind die Vorteile, die Kneissl mit den neuen Modellen für die "Glide Technik" verspricht.
    foto: kneissl

    Bessere Laufstabilität, besseren Kantengriff und stabilere Kurvenlage, das sind die Vorteile, die Kneissl mit den neuen Modellen für die "Glide Technik" verspricht.

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